Archive für Juli 2007

ein Korken …

30.7.07, Montag. Keine besonderen Vorkommnisse - wir warten auf den Ausgang des Reference Checks für Stephan und bereiten das neue Medical vor. Jenny bringt nachmittags ein Mädchen aus ihrer Klasse mit. Hildin ist Südafrikanerin und sehr nett. Abends kommen die Eltern vorbei, um sie abzuholen, sehr interessant. Man will natürlich wissen, warum andere Nationalitäten auch fahnenflüchtig geworden sind - es stellt sich heraus, dass es ungefähr die gleichen Gründe sind. Einziger Unterschied: Südafrika hat noch grössere Probleme mit der Kriminalität als Deutschland. Ansonsten - das Gleiche: mit ehrlicher Arbeit kommt man zu nix und die Kinder haben keine Zukunft (geschweige denn, eine Gegenwart).

31.7.07, Dienstag. Ein Termin bei meinem zukünftigen Arbeitgeber ACE Training LTD. Ja, Leute - die Entscheidung ist gefallen. Ich werde wieder als Trainer arbeiten. Das Gehalt reisst erst mal keinen vom Hocker, aber sie haben zum 2. Mal nachgebessert und haben sich auch sonst sehr um mich bemüht. Wegen Visum legen sie sich auch ins Zeug, keine Zicken. Damit kann der erste Korken knallen!!!!!!!!!!

Natürlich muss jetzt das Medical nochmal gemacht und der ganze Blödsinn bei Immigration eingereicht werden. Das wird dann seinen sozialistischen Gang gehen. Ich gehe mal davon aus, dass ich in 3 oder 4 Wochen mit der Arbeit anfangen kann.

Wegen Stephans Job haken wir heute dezent mal nach. Es stellt sich heraus, dass es mit der telefonischen Kommunikation einfach nicht so hinhaut. Die Dame von Gen-I gibt auf und meint, sie macht das jetzt per eMail. Auch recht. Hauptsache, es passiert was.

Ihr seht, euer Daumendrücken ist grosse Klasse ;-)!

Im Zeichen der Katze

27.7.07, Freitag. Heute wird noch Katzenzubehör gekauft: Kratzbaum, Schälchen und etwas Spielzeug. Im Tierladen finden wir einen deutschen Kratzbaum, Made in China?! Es ist schon interessant, welche Wege die Waren heutzutage nehmen …

Abends rufen wir noch bei der Quarantänestation an, ob auch wirklich, wirklich alles in Ordnung ist. John erzählt uns, dass der MAF-Tierarzt zur Schlussabnahme da war und grünes Licht gegeben hat. Gottseidank!!

28.7.07, Samstag. Der grosse Tag ist da und wir machen uns auf den Weg nach Levin. Es ist ein richtiges Empfangskomittee - alle möchten sich von unserem Kätzchen verabschienden! Wir bezahlen unsere Rechnung und bekommen die Bescheinigung, dass unsere Katze einwandfrei keimfrei ist und sich jetzt offiziell hier aufhalten darf (ich wollte, WIR wären schon soweit!).

Kaum sind wir wieder zuhause, kommen die Nachbarn, Richard und Tochter Tracy, um Bienchen zu beäugen. Das Katz ist aber noch nicht sehr gesellig aufgelegt - und verzieht sich prompt unter das Sofa im Gästezimmer. Da ist es gar nicht schlecht, dass wir abends bei unseren Kiwis eingeladen sind - Bienchen hat dann in Ruhe Zeit, sich mit unserer Burg vertraut zu machen.

Kurz bevor wir los müssen, kreuzen noch Boris und Julika auf, die auch die Katzenneugier getrieben hat. Die beiden haben auch eine Katze aus Deutschland mitgebracht und kennen das ganze Procedere aus eigener Erfahrung …
Wir verbringen einen schönen Abend mit Brenton und Carol, Jenny vergügt sich mit Emma und Ashley, den beiden Töchtern - und natürlich mit Hund und drei Katzen.

Als wir nach Hause kommen hat Bienchen sich bestens eingelebt, der Fressnapf ist leer, der Farn angefressen und das Katzenklo benutzt (@Ute und Stephan: euer Wunsch ist leider nicht in Erfüllung gegangen *lol*). Sie fühlt sich sichtlich wohl, spielt, schmust und galoppiert schnurrend über unser Bett. Also - alles bestens.

29.7.07, Sonntag. Heute sind wir zum Kaffee bei Gerd und Hannelore eingeladen, ihr erinnert euch an Stephans Golfkumpel? :-) Die beiden sind seit ca. 30 Jahren Kiwis und sind natürlich neugierig, was wir an Infos aus Deutschland mitbringen (zurück wollen sie allerdings nicht …). Für uns ist Deutschland schon sooo weit weg - nach allem, was wir hier schon erlebt und gemacht haben, fühlt es sich an, als ob wir schon viel länger als 4 Monate in Neuseeland sind.

Hier noch ein paar Bilder:

Der Kratzbaum:
Katzi

Abschied von John, Denise und Kaitlin
Katzi

Endlich daheim …
Katzi

Mein Sofa
Katzi

Ich, Bienchen …
Katzi

wilde Woche

25.7.07, Mittwoch. Viel zu tun: Programmier- und Designarbeit für das Vorstellungsgespräch fertigstellen, Probetraining bei ACE und Stephan muss die Referenzen für die Personalabteilung zusammenstellen und vorwarnen.

Leute, ihr kennt mich ja, ich bin ja eher ein bescheidener und zurückhaltender Mensch. Ich hab beim Probetraining (war für 15 Min. angesetzt) den ganz dicken Molly gemacht und die Leute völlig umgeworfen, so dass es fast eine halbe Stunde ging. Sie haben sich mir anschliessend kollektiv zu Füssen geworfen und die nicht vorhandenen Stilettos abgelutscht. JAU!!!

Nach vier Monaten rumlungern mal wieder was arbeiten, in einem fremden Land in einer fremden Sprache - und dann gleich solche Ovationen - das war schon á la bonheur! Sie lechzen jetzt förmlich nach mir und haben mich eingeladen, am Montag noch den Big Chief Trevor kennen zu lernen, der sich normalerweise in Auckland rumdrückt, aber für ein paar Tage in Wellington weilt.

26.7.07, Donnerstag. Es kommt ein Absagemail bezüglich der Programmierer- und Designerstelle. Wieder mal überqualifiziert - das hatte ich schon während des ersten Gesprächs vermutet. Damit haben wir heute eine Verschnaufpause. Haben wir auch bitter nötig.

Heute nachmittag raffen wir uns auf, Einkaufen zu gehen, Kühl- und sonstige Schränke sind leer.Ausserdem wird es Zeit, sich um Katzenzubehör zu kümmern - am Samstag ist es ja soweit.

Futter hatten wir übers Internet bei unserem Kiwi-Kumpel Brenton geordert. Er kommt auf einen Kaffee vorbei und wir halten einen Schwatz. Er und seine Frau haben (neben seiner Arbeit im Bettengeschäft) einen Onlineshop für Tierfutter, da bekommt man das Zeuch günstiger als im Laden - und es wird kostenlos angeliefert. (@ Conny + Margit: kann ich euch wärmstens empfehlen, wenn du, Conny, dann deine 7 Räuber da hast und Margit ihren Hund!!! Schau mal auf die Website: petfood2u)

Zum Wetter: Unglaubliche 18° Grad in der Sonne, zeitweise etwas windig. Nicht schlecht für mitten im Winter, oder? :-) :-)

der Nächste …

24.7.07, Dienstag. Jetzt ist es auch bei Stephan soweit: Bei Gen-I geht es in die heisse Phase, jetzt kommt der Reference Check. Wir können es kaum glauben, wie das plötzlich flutscht …

Bevor wir jubeln warten wir aber noch ab, bis wir das Ganze schriftlich haben. Es fühlt sich alles noch nicht ganz “echt” an, wenn ihr versteht, was ich meine. Erst kommt nix in die Gänge und dann schlagen sie sich um uns!?!? Was hier abgeht ist wirklich nicht zu fassen. Mein heutiges Gespräch lief gut, nachmittags kam der Anruf für den nächsten Termin (Donnerstag).

Wahrscheinlich kommt das von dem megamäßigen Daumendrücken - seid umarmt!!!!! Nach vorsichtiger Einschätzung der Lage denke ich, dass wir gegen Ende nächster Woche definitive Ergebnisse mitteilen können.

Unser Medical müssen wir nochmal machen - das ist halt nach 3 Monaten abgelaufen. Aber auch das bringen wir im Terminplan unter :-).

es geht ab!

22.7.07, Sonntag. Jenny hat eine Freundin zum Übernachten dagehabt, da ist natürlich Leben in der Bude … . Nachdem die Freundin gegen 11.30 Uhr abgeholt wird passieren seltsame Dinge: Jenny meint, sie möchte jetzt Hausaufgaben machen. !?!? Wir kontrollieren, ob unser Kind Fieber hat und lesen den Beipackzettel des Antibiotikums, das sie wegen der Nagelbettentzündung nehmen muss. Die Kinder bekommen hier oft Hausaufgaben, die dann innerhalb von 2 oder mehr Wochen erledigt werden müssen. Jenny hätte für diese Aufgaben noch eine ganze Woche Zeit. Sensationell. Sprach- und fassungslos bebachten wir, wie sie fleissig und konzentriert vor sich hin arbeitet. Manchmal fragt sie uns wie das ein oder andere Wort geschrieben werden muss, aber sonst …

Wir bereiten uns seelisch und moralisch auf den Montag vor und verleben einen gemütlichen Tag. Jenny lernt jetzt übrigens Skat.

23.7.07, Montag, Großkampftag. Stephan hat sein 2. Gespräch bei Telecom/Gen-I und einen IT-Wissenstest. Ich habe einen Besprechungstermin bei unserem Lieblingsrecruiter und später meinen Termin bei Telecom/Gen-I.

Stephans Termin verläuft gut, wir sind sehr gespannt, was dabei herauskommt. Mein Termin verläuft sehr gut, es wird auch hier zu einem 2. Termin kommen. Vorher hatte ich das Gefühl, dass die Stelle eine Nr. zu groß für mich ist, jetzt weiss ich es. Aber die Show war richtig gut. Der Witz: kaum bin ich mit dem Gespräch fertig, ruft der nächste Telekomiker an und vereinbart ein Gespräch für eine andere Stelle bei der Telecom (nächste Woche).

Morgen, 13.00 Uhr, findet das nächste Vorstellungsgespräch bei einer Webfirma statt und 2 - 3 weitere Termine stehen noch aus. Eine richtige Powerwoche!! Hoffen wir, dass wir dann auch die richtigen Entscheidungen treffen…

Katzi

21.7.07, Samstag. Die wöchentliche Fahrt zum Kätzchen, nächstes Mal können wir sie schon mit nach Hause nehmen! Die Überaschung: Bienchen begrüßt uns richtig freudig! Schnurrt und wuselt begeistert um unsere Beine. Keine Spur schüchtern oder zaghaft. Sie sieht gut aus, hat wieder zugenommen und ein richtig glänzendes Fell bekommen (also doch Sanatorium). Mit ihrer Zellennachbarin hat sie sich nicht angefreundet, es wird durch das Gitter gefaucht … . Sonst ist sie gut drauf und spielt mit uns.

Es ist schwer, wieder den Heimweg anzutreten, große runde Katzenaugen schauen uns hinterher - aber es ist ja nur noch eine Woche.

Auf dem Weg kommen wir durch Otaki, ein kleiner Ort in dem es Firmen-Outlets gibt. Wir können nicht widerstehen und kaufen doch ein paar Klamotten. Die Preise sind sensationell günstig - und so langsam können wir die Sachen, die wir haben auch nicht mehr sehen. Wir haben ja nur das, was wir mitgeschleppt haben - der Rest ist im Container.

Der Winter hier ist echt klasse: heute wieder 18° Grad!

Die Zauberlehrlinge …

19.7.07, Donnerstag.
“Hat der alte Hexenmeister …
Die ich rief die Geister
werd’ ich nun nicht los!”

Soweit das (abgekürzte) Goethe-Zitat. wie Holger es am Montag kürzer formulierte: Der Knoten platzt! (Und wie der geplatzt ist …)

Wir hatten ja mit deutscher Gründlichkeit die Bewerbungsoffensive verstärkt und dank massiver Resonanz auch schon den Überblick verloren. Zum heutigen Bewerbungsgespräch komme ich trotzdem pünktlich. Es macht richtig Spass, denn es handelt sich heute um ein IT-Trainingsunternehmen, also vertrautes Terrain. (@Juergen + Stefan: wie im Com-Center!!!). Meine Show muss gut gewesen sein, zum Abschied sagt Dave wörtlich: “You’re too good to pass up.” Er war auch gut vorbereitet gewesen, hatte sich mein Transcript von Microsoft gezogen und hätte mich am liebsten dabehalten.

Leute, nach all den Hängepartien, Vielleichts und Überqualifizierts hat das so richtig, richtig GUTGETAN!!

Erfreut reiten wir heimwärts, sammeln unser Kind bei der Schule ein und fahren zum Feldlazarett (Nagelbettentzündung). Dumm gelaufen, Doc ist MIA oder AWOL. (Für die Zivilisten: Missing in Action bzw. Absent without Leave). Morgen ist er bestimmt wieder da, falls es dringend wird, sollen wir ins Krankenhaus. Jenny will nicht ins Krankenhaus, also ziehen wir unverrichteter Dinge wieder ab (soooo schlimm ist es auch wirklich nicht).

Die ganze Zeit über klingelt natürlich das Handy, neue Termine für Montag, die Recruiterin (die mich zum Trainigsunternehmen geschickt hat) teilt mir mit, dass das Gespräch mit Dave ein überwältigender Erfolg war und meint, ich wuerde nächste Woche wieder von der Firma hören. Eine andere Recruiterin ruft für Stephan an. Er hatte einen Jobvorschlag - IT Engineer bei einer Versicherung - abgelehnt, weil er die Hälfte von den Anforderungen nicht erfüllt und vom Großteil der anderen Hälfte noch nie was gehört hat. Die Dame hat aber trotzdem irgendwie mit der Firma verhandelt, denn jetzt heisst es: wir können ihm ja beibringen, was er nicht kann. !?!?!
Ein guter Tag.

20.7.07, Freitag. Eigentlich wollten wir uns eine Pause gönnen, die letzten Tage waren ja richtig stressig gewesen und Montag geht es ja mit geballter Ladung weiter. Kaum ist Jenny in der Schule geht es los. Dave - von der Trainingsfirma - ruft an und will wissen, ob ich einverstanden bin, wenn er noch ein paar Dollar drauflegt? Und er möchte gleich den Reference Check machen und wann ich anfangen kann und ob ich am Mittwoch ein kurzes Probetraining machen kann? Na klar!!!

Reference Check ist im angloamerikanischen Geschäftsleben üblich, das heisst: es werden Personen befragt, mit denen man in der Vergangenheit zusammengearbeitet hat. Dieser Check wird erst dann gemacht, wenn feststeht, dass man den Kandidaten auch sicher einstellen will. Ich bin völlig von den Socken - und natürlich mit allem einverstanden. Klar ist auch, dass ich bei diesem Job kein Managergehalt bekomme. Wie in Deutschland auch, verdient ein angestellter Trainer nicht viel, aber es ist ein Job und reicht zum Einwandern. Verloben und weitersuchen.

Als ob Wellington gerochen hätte, dass ich einen Job so gut wie in der Tasche habe, geht es jetzt erst richtig los, das Telefon läuft heiss. Am Montag habe ich jetzt statt einem ZWEI Vorstellungsgespräche und ein weiterer Recruiter meldet sich, dass ich in der nächsten Runde für einen anderen Job bin. Als er hört, dass ich ein Angebot habe, wird er ganz hektisch und meint, er wird seinem Kunden auf den Hals steigen, dass das Vorstellungsgespräch kurzfristig stattfindet ….

Der nächste Recruiter kreischt nach meinem Portfolio, da hatte ich mich vor zwei Wochen als (gut bezahlter) Programmierer beworben - und jetzt ist es plötzlich ultradringend. Für Stephan klingelt auch noch zweimal das Telefon, Termine folgen nächste Woche.

Vorsichtshalber nehmen wir das Handy mit zum Doc - tatsächlich: Freitag Nachmittag um 17.00Uhr ruft der x. Recruiter an und will noch Termine haben. Nachdem Jenny verarztet ist gehen wir noch einkaufen, wir haben Wetten abgeschlossen, ob und wann der Nächste anruft …
Die Lage hat sich scheinbar beruhigt, wir schleppen unsere Beute nach Hause und kümmern uns ums Essen (die Eingeborenen sind schon unruhig). Jetzt rufen unsere neuseeländischen Bekannten an und wollen alle wissen, was Sache ist. So langsam hängen unsere Ohren schlaff herunter …

Euer Daumendrücken hat gewaltige Folgen, ich bin beeindruckt!!!! Eine Weile müsst ihr noch durchhalten, bis alles schriftlich und in trockenen Tüchern ist - auch mit Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis - dann wird ein Seufzer der Erleichterung um die halbe Welt gehen :-)

Besondere Grüsse heute an Wally: zweifacher Vater, RESPEKT! an Holger: dreifacher Schein-Inhaber, ENDLICH! und an Matthias: fußkrank daheim, GET WELL SOON!

Nachlese

18.7.07, Mittwoch. Heute viel Telefoniererei - die Nachlese der Aktivitäten und Termine. Manchmal muss man auch bei den Recruitern nachfassen, da sich die lieben Leute selbst nicht so ganz in ihren Datenbanken auskennen. Eigentlich geht man ja davon aus, dass sie die geeigneten Kandidaten zu den passenden Jobs sortieren. Getreu dem Grundsatz: Wenn man nicht alles selber macht … hängt man sich ans Telefon und fragt, wie es mit dem oder jenem Job aussieht und ob sie einen nicht dafür vorschlagen könnten.

Heute abend waren wir noch bei Boris und Julika eingeladen. Wir waren natürlich gespannt, wie Stephans Vorstellung (siehe Dienstag) bei seinem Boss angekommen ist. Wenn es nach Boris und seinem Boss ginge und Stephan den Test (Sprachverständnis und Mathe) bestünde, würde es gut aussehen. Alles Weitere hängt noch von der Abteilungsleiterin ab, die morgen aus dem Urlaub kommt. Ich hoffe, eure Daumen halten noch eine Weile durch.

Jenny hat eine Nagelbettentzündung am grossen Zeh, also besuchen wir morgen wieder das Feldlazarett im Kriegsgebiet. Derzeit haben wir keine Atempause - wie war das mit dem Lifestyle?

such, such

16.7.07, Montag. Die Jobsuche geht in die nächste heisse Phase. Aufgebretzelt geht es in die Stadt. Mein Termin beim Recruiter verläuft sehr angenehm. Es geht um einen Trainer-Job bei einem grossen Unternehmen, hört sich gut an, Salär sehr schön. Man darf gespannt sein, ob ich zum Vorstellungsgespräch beim Kunden komme - Donnerstag bekomme ich Bescheid. Der Mensch hat mich natürlich zugetextet, wie toll ich bin und dass ich seiner Ansicht nach der IDEALE Kandidat für den Job bin, blubber, blubber. Wie toll ich bin, wissen wir ja alle schon, oder? Da geb ich nix mehr drauf - warten wir ab, was dabei herauskommt!

Dann hat Stephan seinen Termin bei Telecom/Gen-I. Er hatte schon im Vorfeld ein mulmiges Gefühl, weil die Job-Beschreibung, die wir kurzfristig per eMail bekommen hatten nicht zu der ursprünglichen Beschreibung/Bewerbung passte … . Das Gespräch lief gut, der anschliessende Wissenstest nicht. Für Anwender-Helpdesk beworben, Server 2003 abgefragt - kommt nicht gut. Die Leute haben wahrscheinlich gedacht, sie probieren es mal aus … war für Stephan weniger lustig. Abhaken und nach vorne schauen. Also heimgefahren, gemault und wieder abgebretzelt. Zu hause kommt die Absage für Stephan bezüglich des Gesprächs am Freitag - zu überqualifiziert. So kann man also am gleichen Tag über- und unterqualifiziert sein. Kann auch nicht jeder.

17.7.07, Dienstag. Kurzfristige Terminverschiebung durch die Firma, bei der Stephan heute ist. Der Termin verschiebt sich in den Nachmittag, also müssen wir uns mit Jenny etwas einfallen lassen. Bei der Schule Bescheid gegeben, dort gibt es eine Vor- und Nachbetreuung, kein Problem, kostet 4 NZ$. Manche Dinge sind hier so unglaublich einfach zu regeln! (Jobsuche gehört nicht dazu.)

Aufbretzeln, Stadt fahren. Anderer Recruiter, ähnlicher Job, kleinerer Umfang, kleineres Gehalt. Sabine ganz toll; mal sehen, was passiert. Nächster Halt: Stephan. Er ist heute bei der Firma von Boris. Angenehmes Gespräch, Art und Umfang passen wohl. Bevor eine Entscheidung kommt, findet allerdings ein weiteres Gespräch statt, die Dame ist in Urlaub und konnte nicht dabeisein. Test kommt möglicherweise auch noch. Man darf also gespannt sein.

Derweil läuft auf meinem Handy der nächste Termin bei der Telecom/Gen-I ein. Diesmal: Sabine am Montag. Ich hatte mich als Projekt Manager beworben - die Job-Beschreibung, die ich bekomme, redet von SENIOR Projekt Manager. Es beschleicht mich doch das Gefühl, dass es sich hier um eine eher komödiantisch veranlagte Personalabteilung handeln muss. Ich bin zwar richtig toll, doch dies ist natürlich eine Nummer zu gross für mich. Aber ihr kennt mich ja - gekniffen wird nicht. Ich werde da hingehen, den Dicken markieren und gucken, was passiert.

Damit war der Tag eigentlich ganz in Ordnung, unser Kind ist von der Betreuung ganz begeistert (und will da jetzt jeden Tag hin!). Diese Suche ist schon stressig. Wir versuchen, das Beste daraus zu machen - und ihr müsst halt weiter eure Daumen trainieren!

gelungenes Wochenende

14.7.07, Samstag. Katzenbesuch! Unserem kleinen Kätzchen geht es wieder ein Stück besser, sie hat zugenommen und freut sich richtig, als wir zur Tür hereinkommen. In 2 Wochen ist es soweit - am 28. können wir sie mitnehmen. Nachdem wir von Levin zurück sind, kommen Boris und Julika zu Besuch. Wir haben Boris über unseren Einwanderungsanwalt kennen gelernt. Er und seine Frau sind auch Deutsche, die ein paar Wochen früher hergekommen sind als wir. Sie hatten den Vorteil, dass sie bereits mit einer Dauer-Aufenthaltserlaubnis eingereist sind. Boris arbeitet bei einer IT-Firma und hatte beim Einwanderungsanwalt nachgefragt, ob er weitere IT-Leute kennt, die einen Job in Wellington suchen. So hat sich dann der Kreis geschlossen und - nach einigen Mails hin und her - hat Stephan bei Boris’ Firma ein Vorstellungsgespräch (Dientstag) und wir haben Boris und seine Frau einfach mal zum persönlich kennen lernen eingeladen.

Wir haben uns sehr gut verstanden, die zwei sind wirklich sehr nett. Wir haben den ganzen Abend verquatscht und sind erst um 3:00 Uhr ins Bett gekommen … in dem Bewusstsein, dass wir früh aufstehen müssen, weil wir von Harald und Ursula zu einem Sonntagsausflug eingeladen sind.

15.7.07, Sonntag. Morgenstund hat Gold im Mund und Blei im … . Obwohl wir nichts getrunken hatten, mussten wir uns völlig versumpft aus den Betten quälen. Aber wir haben es geschafft und sind alle Mann rechtzeitig in Whitby (Nachbarort) angetreten. Wir haben uns dann Martinsborough und Umgebung angeschaut: Wine Country! Eine Weinbaugegend, wie wir sie von unserer deutschen Ursprungsregion her kennen. Die Weingüter sind kleiner als in Deutschland aber es ist alles sehr weitläufig und bei fast jedem Weingut gibt es ein Cafe oder sogar ein Restaurant und ein paar Hotelzimmer. Jeder macht seinen eigenen Wein, das sind dann keine Massenweine sondern eher kleine Auflagen mit guter Qualität, die in aller Herren Länder exportiert werden. Da jetzt Winter ist und kaum Touristen unterwegs sind, konnten wir die Gegend und die kleinen Ortschaften in Ruhe durchstreifen und geniessen.

In Greytown (ein kleines Kaff am Ende der Welt, also die geographische Mitte von Nirgendwo) haben wir dann in einem libanesischen Restaurant ganz tolle Pizza gegessen und ein Glas einheimischen Wein getrunken. Sehr lecker das Ensemble …

Jenny fand den Ausflug natürlich eher langweilig, aber sie freut sich auf die Schule morgen - das ist dann wieder kindgerechter. Jetzt sind wir wieder zu Hause und bereiten uns seelisch und moralisch auf unsere morgigen Termine vor. Montag und Dienstag habt ihr wieder Daumendrück-Dienst!!! Ich werde berichten …