Archive für Mai 2007

Filmfreaks

31.5.07, Donnerstag. Im Zuge unserer Diät ernähren wir uns viel von Obst und Gemüse. Heute haben wir beschlossen, Rösti zu machen. Kartoffeln und Olivenöl sind ja gesund - auf gehts. Berge von Kartoffeln werden geschält und gerieben, dann wandern sie in die Pfanne. Leute, das schmeckt richtig klasse. Wir haben uns so vollgestopft, dass wir uns nicht mehr rühren können.

Heute mittag sind wir bei der Gear Homestead vorbeigefahren, dass ist eine Villa von 1882. Der erste Tycoon von Neuseeland (Mr. Gear) hat die Bude gebaut. Sieht toll aus, Bilder werden natürlich nachgeliefert. Die Gear Villa hat uns als Filmfreaks interessiert - Peter Jackson (Herr der Ringe), der hier in der Nachbarschaft (Pukerua) aufgewachsen ist, hat seinen 2. Film hier gedreht (Braindead: Splatter-Horror-Comedy) und die Villa als Kulisse verwendet.

Seht ihr, es gibt sehr viel Kultur hier in Neuseeland zu entdecken … und man kann auf den heiligen Spuren lebender Legenden wandeln!!

Heute kein Kontakt mit Recruitern?! Morgen ist auch noch ein Tag. Dann kommt das lange Wochenende - ja Montag ist hier Feiertag, da feiert die Queen (unser Staatsoberhaupt) ihren Geburtstag. Eigentlich hat sie ja im April, traditionsgemäß wird aber am 4. Juni gefeiert (don’t mention the war).

Activity

30.5.07, Mittwoch. Heute ist wieder Action. Aus dem gestrigen Gespräch in Wellington resultiert heute ein Job-Vorschlag - auf den ich natürlich eingehe, damit mich die Leute beim potentiellen Arbeitgeber anbieten. So läuft das hier. Witzig: der Job ist eine Stelle beim Ministry of Education (Kultusministerium) … das hat was, oder? (@ Holgi und Micha: ihr seht, ich arbeite vielleicht bald an eurer Zukunft!! @ Holgi: räum dein Postfach auf, mein letztes Mail kam wegen Überfüllung zurück!)

Zwei weitere Bewerbungen gehen auf die Reise; ihr seht, wir sind rührig. Derzeit werden wahnsinnig viele Sozialarbeiter/Sozialpädagogen gesucht (@ Volker: denk drüber nach!!)

Das Wetter meint es heute wieder sehr gut mit uns - also darf die Wäsche draussen trocknen. Nachteil: man muss abends genau den Zeitpunkt erwischen, an dem die Sonne weggeht, sonst wird die Wäsche schnell wieder feucht und man kann sie auf der Leine lassen. Regnet es dann am nächsten Tag, hat man das Spiel verloren. Tricky.

Unsere Sport-Diät trägt weiter ihr Früchte - danke der Nachfrage. Das Maßband hat heute wieder ein Stückchen weniger angezeigt. :-) Gut anderthalb Hosengrößen sind es mittlerweile!

Jenny bringt Neuigkeiten nach Hause: es findet bald eine Science Fair (Wissenschaftsausstellung) statt, da muss jedes Kind einen Beitrag leisten. Thema kann frei gewählt oder von der Lehrerin zugeteilt werden. Das Ergebnis präsentiert jedes Kind selbst mit einem Aufsteller (3 x Din A0), auf dem das Experiment nachvollzogen werden kann - Bilder, Fotos, Beschreibungen usw.. Sie hat dafür 2 Wochen Zeit, wenn es fertig ist, liefere ich natürlich Bilder. Jenny hat sich für das Thema “Magnetismus” entschieden - mal sehen, was daraus wird. Eine solche Aufgabe ist anspruchsvoll und muss von den Kindern eigenverantwortlich erledigt werden. Finden wir klasse!! Klar, müssen wir Jenny noch viel dabei helfen, sie macht sowas ja zum ersten Mal und ist noch nicht firm genug im Englischen, um richtig gute Texte abzuliefern. Sie ist aber begeistert dabei, so motiviert habe ich mein Kind noch nie erlebt.
Wir haben unseren “Schritt” nach Neuseeland noch keine Minute bereut!

Wellington

29.5.07, Dienstag. Ein Ausflug nach Wellington. Erst die Arbeit (Recruiter), dann das Vergnügen (Cable Car fahren). Beim Recruiter wieder ein gutes Gespräch, d. h. wir machen nichts falsch - die Jobgeschichte ist einfach zäh, damit muss man einfach leben. Meine Qualifikationen sind sehr gefragt, aber der Prozess ist eben langwierig. Mal sehen, was geht, insgesamt habe ich derzeit 7 Jobs in der Umlaufbahn.

Anschliessend schleppen wir Olaf durch Wellington, trinken Latte im “Pravda” (nein, wir mussten nicht die Internationale singen) und machen einen Ausflug zu den Cable Cars (nicht wie in San Francisco - eher wie die Heidelberger Bergbahn). Wir fahren an der Victoria Universität vorbei und steigen oben beim Museum aus. Nebenan ist auch der botanische Garten und der “View” ist phantastisch. Hier die Bilder:

die Sache mit den Sozialisten

der gute alte Lenin

Cafe Pravda

Olaf und Steffi

das Original

Steffi hoch ueber Wellington

am Hafen - der Kanuverein

Und hier noch die Arkaden (in Palmenform) der Bibliothek:

Public Library

Ihr seht schon, wir haben uns eine schöne Ecke ausgesucht. Bis bald?

Monday

28.5.07, Montag. Nachdem Jenny in der Schule ist, kommt planmäßig unser Gästebett. Einer der Möbelpacker hat einen Bruder, der in der IT arbeitet - gleich eine Visitenkarte rausgezogen - und mal sehen … . (Kontakte sind hier alles!)

Olaf kam gestern gut an, musste aber eine Nacht auf dem Sofa verbringen. Er meint, es sei sehr bequem. Damit sind wir jetzt also für Heerscharen von Besuchern eingerichtet!

Es gibt sehr viel zu erzählen - und (Einwanderungs-)Erfahrungen auszutauschen. Später bringen wir die Bude auf Vordermann und gehen Einkaufen. Da ja jetzt Herbst/Winter ist gab es die ganze Zeit keine Gartenmöbel - aber bei einem Supermarkt verkaufen sie grad die Reste vom Sommer und wir werden für kleines Geld fündig:

Olaf mit Moebel

Dann holen wir Jenny von der Schule ab und zeigen Olaf ein bisschen unsere Gegend.

Schule

Olaf meint auch, dass er hier auch gerne nochmal zur Schule gehen würde … .

Ein Recruiter meldet sich auch noch, morgen wieder Termin in Wellington. Bleiben Sie dran … :-)

gelungener Reinfall

26.5.07, Samstag. Es geht früh los! Jennys Bett kommt um 8.00 Uhr morgens. Nach 2 Stunden haben wir es zusammen, nicht einfach mit einem kleinen Imbus - aber wir haben es hingekriegt. Seht selbst:

das Bett

das Bett mit Bewohner

Jetzt geht es zum Einkaufen für die Party, für unsere Kiwi-Gäste sollen wir auch etwas Deutsches auf den Tisch bringen. Stephan entscheidet todesmutig: Es gibt “Fleischpflanzerl” (vielleicht bei manchen besser bekannt als Buletten oder Mollies) mit Kartoffelsalat und Nudelsalat. Rezepte gibts im Internet, ausdrucken - fertig ist die Einkaufsliste. Na klar, bekommen wir nicht alle Zutaten wie wir sie gerne hätten - aber wir improvisieren. Bier, Wein, Chips, Tortillas, Dips und Kleinigkeiten für die Kiddies. Zuhause verstauen wir die Beute und machen uns ans Werk. Wir bekommen tatsächlich alles fertig, springen noch unter die Dusche, dann sind wir soweit. Bilder:

Fressalien

alles da

Jetzt kommt, was wir schon von verschiedenen Seiten gehört hatten: Wenn Kiwis keine Lust oder keine Zeit haben, zu einer Einladung zu gehen, kommen sie nicht. Das ist in keiner Weise persönlich zu nehmen (haben wir auch nicht), ist aber ungeschickt, wenn man sich auf ca. 14 Personen eingerichtet hat und es kommen nur 6 … . Es war dann ein lustiger, supernetter Abend (aber keine Party, deswegen auch keine Bilder, hätte doof ausgesehen, da mit der Kamera rumzuspringen …).

Wir haben es philisophisch gesehen, morgen kommt Olaf, der muss dann die ganzen Fressalien vernichten :-) Mahlzeit! Fazit: ein gelungener Abend mit partytechnischem Reinfall.

27.5.07, Sonntag. Wir sind ganz platt - ein richtiger Sommertag (auch hier: siehe Bild!).

Sabine     Jenny erkundet unseren Hügel:

Kind

Später taucht Olaf auf, das Tier. Er ist um 3.00 Uhr aufgestanden und in einem Rutsch von Auckland bis zu uns nach Wellington durchgefahren. Das sind immerhin ca. 800 km - nein, keine Autobahn … . Wir fangen natürlich sofort an, ihn zu füttern.

Das war unser Wochenende, jetzt wird ein Film angeschaut!

Hektik

25.5.07, Freitag. Dank an Jessie + Daniel: wir haben uns riesig über das Bienchen-Bild gefreut!!!
Heute bricht Hektik aus, da wir ja morgen unsere Einweihungsparty schmeissen - und einige Leute kommen werden (9 Erwachsene und schlimmstenfalls 8 Kinder …). Wir machen gerade eine Einkaufsliste - da klingelt das Telefon: Heute kommen unsere Betten, ab ca. 12.00 Uhr ist damit zu rechnen!!! *freu* - der Haken an der Sache: die Leihbetten müssen abgezogen und abgebaut werden. Da wir zunächstmal unseren Geschirr- und Gläserbestand erweitern müssen, reiten wir erstmal Richtung Haushaltswaren los.

Wieder zu Hause: alles auspacken, spülen, verstauen. Der Bettenabbau wird in Angriff genommen - da ruft Olaf an. Olaf ist ein Mitstreiter (Einwanderer), der an der gleichen Front kämpft wie wir. Da er Bautechniker ist, ging es bei ihm schneller und einfacher mit dem Job, jetzt hat er noch ein paar Tage Zeit bis es losgeht. Wir hatten wir ihn eingeladen, zu uns zu kommen, da kann er dann Wellington kennenlernen, er war bis jetzt nur in Auckland unterwegs.

Da ist nur ein kleines Problem - da wir erst Weihnachten mit Besuch gerechnet haben - das Gästebett. No Problemo, wir reiten wieder los und organisieren ein Bett. Nun zu unseren Schlafgelegenheiten: Die Bettenfreaks rufen an und melden, dass es mit der Bettenlieferung etwas später wird. Macht nix, unser Zeitplan ist sowieso im Eimer.

Jenny hat abends Schuldisco, also gibt es schnell noch was zu Essen, Stephan fährt Jenny zur Schule, da melden sich die Freunde der Bettenfraktion erneut und meinen, dass die Teillieferung so gegen 20.00 Uhr erfolgen wird. Hopefully. Und was ist mit der Teillieferung gemeint? Ganz einfach, Jennys Bett wurde auf einen falschen LKW geladen, hat eine Spazierfahrt durch die Region gemacht und befindet sich jetzt wieder in Wellington. Wird morgen früh geliefert. Hopefully. Irgendwie erinnert mich das an unsere Kumpels in Dubai … Inchallah.

Während wir warten, habe ich wieder mal einen Sonnenuntergang fotografiert - einmalig. Die wirkliche Pracht ist noch viel besser.

Schoene Aussichten

(@ Irene Grawitz: Mittelerde ist unglaublich!!! Ich freue mich, dass Ihnen die Bilder gefallen.)

SO. Jetzt ist es 20.57 Uhr und das Bett steht. Mit der Qualität sind wir ganz zufrieden - nur stellen wir mit Erstaunen fest: es ist ein Hochbett!! Ich messe nach - tatsächlich - 73 cm ist die Höhe der Liegefläche. Seht selbst und vergleicht mal die Höhe der Sitzfläche (Stuhl) mit der Liegefläche. Weird, mate.

Hoehenkoller
Naja, absägen kann man immer, oder?

Drücken wir also die Daumen, dass das mit Jennys Bett morgen früh klappt. Wenn es wieder so läuft wie heute, können die Jungs auch gleich zur Einweihung bleiben. Inchallah!

Daily Soap …

24.5.07, Donnerstag. Es ist wieder ein herrlicher Tag mit viel Sonnenschein in Mittelerde. Die Temperaturen sind hier überhaupt sehr angenehm, meistens 15º - 18º Grad, wenn es bedeckt ist - und 20º - 25º Grad, wenn die Sonne scheint. Heute wieder sehr viel hin und her mit Recruitern. Interessant: eine Firma wollte mich unbedingt haben, besteht aber darauf, mich freiberuflich zu beschäftigen. Ist im Prinzip ja kein unsittliches Ansinnen, aber leider stark daneben, was unser Aufenthaltsrecht hier betrifft.

Wir lassen uns die Laune nicht verderben, machen unseren Sport (Leute, was sind wir FIT mittlerweile! Muskelkater kennen wir nicht mehr). An unsere Diät haben wir uns auch gewöhnt, leider purzeln die Pfunde nicht mehr wie am Anfang ;-(. Was für uns immer wieder ungewöhnlich ist: aufgrund vieler Mails und Telefonate haben wir das Gefühl, dass halb Deutschland dieses Tagebuch liest! Und wehe, wenn ich mal nicht zum Schreiben komme … . Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr uns das den Rücken stärkt, dass ihr alle “bei uns” seid! DANKE!!!!!!!! Also hier mal ein paar flächendeckende Grüße (von Norden kommend):

Dresden, Köln, Altrip, Ludwigshafen, Mannheim (inklusive Stadtverwaltung - im besonderen die Feuerwehr), Heidelberg, Bad Schönborn, Kronau, Ubstadt-Weiher, Bruchsal, Stutensee, Karlsruhe und Durlach, Mühlacker, Rastatt/Gaggenau, Offenburg, Dubai, Auckland.
(Hab ich jemanden vergessen? Schlagt mich doch!) Wir vermissen euch sehr, Deutschland fehlt uns nicht. Wir verfolgen immer mal wieder über Spiegel-online das Geschehen - auch das, was wir da lesen bestärkt uns immer wieder.

Wir bekommen ab und zu die Frage nach dem Autofahren auf der falschen Seite. Das hatten wir uns eigentlich schlimmer vorgestellt, als es ist. Da Alle falsch fahren, passt man sich einfach an. Spass beiseite - natürlich ist es ungewohnt. Da wir clevere Kerlchen sind, haben wir zwei Probleme von Anfang an erledigt:

1. Navigationssystem: dann fühlt man sich nicht gar so hilflos im Verkehr, man kann sich voll auf die psychedelischen Roudabouts (Kreisel) konzentrieren - und wenn man sich verfahren hat, berechnet das Gerät die Strecke einfach neu und man kommt auch so ans Ziel.

2. Automatik-Auto: haben wir natürlich jahrelang belächelt - als verkappte Schumis war das für uns ja nur was für Weicheier und Bekloppte. Mit dem Fahren auf der falschen Seite ist es nicht getan - man sitzt auch auf der falschen Seite und muss dann auch folgerichtig mit der falschen Hand schalten. Das muss man sich nicht geben! Irgendwann werden wir sicher wieder einen Schalter fahren, aber für den Anfang war die Automatik eine gute Sache, die uns viel Stress erspart hat.

Falls ihr also mal Neuseeland bereist und mit Camper oder Mietwagen losziehen wollt, kann ich nur wärmstens empfehlen, die beiden Probleme zu berücksichtigen.

Was fehlt uns noch in unserem neuen Leben? Unsere Tiere!! Brandy hätte sicher sehr, sehr viel Spass hier. (@ Irene + Uli: Danke, dass ihr unserem Hundi ein tolles Zuhause gegeben habt!) Auch für die Katzen wäre es richtig schön - wir wohnen ja in einem sehr ruhigen Wohngebiet, da spazieren einige Katzen durch die Gegend. (@Ute + Stefan, Jessie + Daniel: Riesendank, wir wissen es zu schätzen!). Wir trösten uns damit, dass wenigstens ein Kätzchen kommt! Wenn Bienchen hier einschwebt, muss sie zwar noch 30 Tage in Quarantäne, aber das ist nicht so weit weg, da können wir sie wenigstens besuchen.

Auch hier gilt: GEDULD

was ein Tag

23.5.07: Mittwoch. Das Telefon weckt uns zur Unzeit, damit fängt das Ganze schon mal an. Als ich an den Apparat hechte, ist es natürlich rum. Nachdem wir dann halbwegs geordnet aufgestanden sind meldet sich der Rübezahl nochmal - diesmal war es Stefan (Leute: derzeit sind wir euch nur 10 Stunden voraus, NICHT 12). Ganz grosse Freude! Ich hatte nämlich schon ein paarmal bei ihm angerufen - und noch nicht mal einen ARB bekommen. Ich hatte mir schon Sorgen gemacht - aber es ist nur der Telekom-Streik, der halb Deutschland lahmlegt. (@Stefan + Ute: ganz viel Gute Besserung!!!)

Nachdem Jenny in der Schule ist, sind wir mitten im Sport - es klopft (war ja klar, dass der Tag so weitergeht). Trotzdem, auch hier Freude: endlich ist der Monitor fuer unseren Rechner angekommen, auf den hatten wir schon sehnsüchtig gewartet. Dann klingelt das Telefon - die Dame von unserem bevorzugten Hardware-Dealer ruft an und meldet, dass der Trockner endlich geliefert wurde. Die Freude ist nur kurz, denn die Lady meint, wir müssten die Geräte (Waschmaschine + Trockner) noch bezahlen, bevor der Trockner dann an uns geliefert werden kann. Wie bitte? Mir fällt fast der Hörer aus der Hand. Wir graben die Rechnung aus - alles bezahlt!?!?

Wir müssen sowieso einkaufen, also machen wir uns auf den Weg, um die Angelegenheit zu klären. Es stellt sich heraus, dass es nur ein Computerfehler war (Systemabsturz), der Trockner wird losgeschickt. Wir hetzen durch den Supermarkt, dann nach Hause um den Trockener in Empfang zu nehmen. Das klappt dann einigermassen (ging grad so durch die Haustür). Heute ist es sehr windig - da sammeln wir einfach das Verpackungsmaterial wieder in der Nachbarschaft zusammen. Dann ist es schon wieder Zeit, Jenny abzuholen.

Zu den Dingen, die wir heute eigentlich erledigen wollten sind wir nicht gekommen, aber was solls. Nach dem Abendessen haben wir noch die Runde in der Nachbarschaft gemacht - am Samstag findet nämlich unsere Housewarming-Party statt - und alle eingeladen. Wir werden berichten … (z. B. ob die Bretterbude dann noch steht).

Fragen?

21.5.07: Montag. Die Recruiter-Runde. Im Westen nix Neues. Sport. Freude kommt auf, als der Postler unser Telefon bringt. Bisher haben wir eine Billig-Gurke benutzt - jetzt wird es etwas komfortabler und die Gebühren noch günstiger. Der neue Aparillo ist nämlich zwei Telefone in einem: Normales + Skype-Telefon (Netgear, sehr empfehlenswert!).

Da sonst nicht viel los ist, kümmern wir uns mal wieder um unser Heimkino. Das ist natürlich einige Nummern kleiner als das Vorherige - aber Filme sind nun mal unser Hobby. Manches Zubehör ist in Neuseeland auch günstiger als in Deutschland - aber wir dürfen in unserer Mietbretterbude nichts verändern … . Auf Buttkicker und große Leinwand wird natürlich aus Kostengründen verzichtet. (@Wolfi: Kino 1 wäre dann soweit!)

22.5.07: Dienstag. Da sich bei den Recruitern irgendwie nichts Signifikantes getan hat, packt mich die Bewerbungswut. Ran ans Netz und siehe da, es ist doch wieder das ein oder andere dabei. Da jeder Anbieter/Recruiter so seine Eigenheiten hat - wie er denn die Infos gerne serviert hätte in seinen Webdatenbanken - ist es immer eine mühselige Sträflingsarbeit den Blödsinn wieder Stück für Stück einzugeben. Wahrscheinlich sind das die Intelligenztests, die man bestehen muss, bevor man als Bewerber wahrgenommen wird. Von mir aus. Auf dem Bröselbürokratensektor kriegen die mich nicht klein - da können sie noch von mir lernen. So.

Nach drei Stunden Bürokratie hab ich die Nase voll und setz mich in die Sonne. Es ist wieder ein Supertag mit ganz viel Sonne und wenig Wind.

Als ich gegen Abend meine Mails abhole, kommen natürlich schon die ersten Rückläufer meiner Bewerbungen. Ich habe immer ein schönes Anschreiben (cover letter, eine DIN-A-4 Seite) und einen ausführlichen Lebenslauf im Paket. Als Lebenslauf könnte man eigentlich die Reparaturanleitung einer koreanischen Nudelmaschine im Original beilegen, das liest keiner. Ich setze meine Hoffnungen immer auf das Anschreiben, es ist nicht nur nett, sondern auch kurz und knackig und enthält alle wichtigen Infos: Visa-Status, Qualifikationen etc..

Das ist MEIN Intelligenztest! In den Rückmails der Recruiter befinden sich nämlich immer genau die Fragen, die ich vorab mit meinem Anschreiben beantwortet habe. Eine hirnlose Tennis-Variante, die wie ein religiöses Ritual wieder und wieder vollzogen wird. Toll. Da es immer wieder die selben Fragen sind (egal, welche Firma) habe ich dafür natürlich auch schon ein Standardmail, welches den Ball ganz schnell wieder in deren Garten schmeisst. Das kommt sehr gut an, die Leute sind dann immer ganz platt, wie schnell, korrekt und umfassend sie von mir bedient werden. *lol* Vielleicht ist man als Deutscher, der des Englischen und des Computerns mächtig ist, auch ein Wundertier? Vielleicht machen diese Fähigkeiten den Leuten auch Angst? Vielleicht sollte ich doch die Weltherrschaft übernehmen? Fragen über Fragen!

Ich werde das tun, was Scarlett O’Hara auch gemacht hätte: Ich werde morgen darüber nachdenken. Jetzt wird ein Film geschaut.

Sturmhöhe

20.5.07: Sonntag. Heute der totale Wetterumschwung: Wolken und Sturmböen bis 90km, trotzdem nicht kalt. Auch interessant. Da denkt man eigentlich: die Bretterbude müsste jetzt wegfliegen. Macht sie aber nicht. Und es wackelt auch nichts … . Offensichtlich ist die Burg gut isoliert, es zieht nicht und es bleibt auch schön warm. Viel Heizung brauchen wir noch nicht, mal sehen, wie es wird, wenn der Winter kommt.

Eigentlich wollten wir heute mal Strände besuchen - hier soll eines der schönsten Bade-, Surf- und Tauchreviere sein, aber der Wettergott hat nicht mitgespielt. Da bleiben wir zuhause und schauen zusammen einen Film auf dem Laptop. Das Fernsehprogramm ist hier nicht doll, aber das war es in Deutschland ja auch nicht wirklich. Man darf nicht vergessen, dass NZ bevölkerungstechnisch ein kleines Land ist, da ist es finanziell schwierig, ein gutes Programm zu machen. Man sieht viele amerikanische Konserven - immer schön mit Werbeunterbrechungen - Pannenshows, American Idol (Deutschland sucht den Superschnarcher …) usw.. Politisch korrekt: ein Kanal bringt nur Maori-Fernsehen, manchmal mit englischen Untertiteln. Sehen wir eher selten. Möchte man Spielfilme oder Sport sehen, kann man Sky TV buchen (analog zum Premiere). Das hatten wir in den Hotels kennen gelernt, ist nicht wirklich aufregend: die guten Filme hat man alle schon gesehen, den Rest wollte man früher schon nicht sehen. DVDs ausleihen und ab und zu ins Kino ist auf die Dauer billiger.
Die Fussball-Bundesliga wäre interessant, mal sehen, was uns dazu einfällt (derzeit Webradio, ist aber mit den Zeiten etwas ungeschickt).

Passiert ist heute also nix Aufregendes - wie ihr seht, kann man es sich in Neuseeland auch zuhause gemütlich machen.

Bevor ich es vergesse: unsere Sport- und Ernährungstortur hat dazu geführt, das die Hosen gewaltig rutschen!!!*freu*