Archive für Mai 2007

Wochenendlaune

18.5.07: Freitag. Es geht mächtig aufs Wochenende zu. Während Jenny in der Schule ist wird geräumt. Sämtliche Taschen, aus denen wir - teilweise - noch gelebt haben, werden ausgeräumt. Wir packen alles soweit in die eingebauten Schränke unserer Bude. Soweit passt es ja, aber was machen wir, wenn irgendwann einmal unser Klein-Container kommt? Da sind jede Menge Klamotten dabei - und wir haben keinen Platz mehr!?
Wir beschließen, dieses Thema erstmal zu verdrängen. Auf jeden Fall haben wir das Gefühl, dass wir wieder ein Stück “heimischer” geworden sind, keine Koffer mehr sehen ist dabei wichtig.

Wir holen Jenny von der Schule ab - sie hatte ja Sporttag und steht vor Dreck - und planen das Abendessen. Abends schauen wir uns gemeinsam einen Film am Laptop an (ja, auch in Neuseeland kann man DVDs ausleihen). Die Popelglotze hält natürlich keinen Vergleich mit unserem (ehemaligen) Heimkino aus, aber das Bild ist gut.

19.5.07: Samstag. Nach dem Frühstück kommt eine Schulfreundin von Jenny (wir sind sehr froh, dass Jenny gleich Anschluss gefunden hat). Heute ist ein superschöner Tag, strahlender Sonnenschein, ca. 25° Grad, kein Wind. Nicht vergessen, wir sind mitten im Herbst …

Sabine im Kiwiland

Wir gehen mit den Mädels eine Runde Minigolf spielen, das macht richtig Laune. Wäre die Tasman-See nicht so kalt, wäre heute Badetag gewesen! Ein richtig schöner Tag in Kiwiland. Euch auch ein schönes Wochenende!

Vatertag

17.5.07: Donnerstag, Vatertag. Erstaunlicherweise ist hier ein Tag wie jeder andere. Keine Schnappsleichen am Wegesrand, keine wirren Gesänge an den Straßenecken. Badisch: Vadderedaag - kennt man hier nicht. Deswegen ist Stephan auch fleissig und MÄHT TATSÄCHLICH den Rasen!

Nachdem ich den Anblick eine Weile genossen habe (…), packt mich das schlechte Gewissen - und ich mache mich an die Hausarbeit. Wenn wir schon rumlungern, können wir auch in einer sauberen Bude rumlungern.

Kontakte zum Thema Job finden auch statt, ich bin dazu übergegangen, die Recruiter ein bisschen gegeneinander auszuspielen (sie wollen ja schließlich Geld mit mir verdienen). Sie wollen ja immer wissen, ob ich noch andere Jobs in Aussicht habe - da mache ich dann ein paar Andeutungen … ist ja auch nicht gelogen. Nach unserem Sportprogramm (heute keine Bewegung auf dem Maßband) ist es auch schon wieder Zeit, Jenny von der Schule abzuholen.

Sie ist ganz begeistert, denn morgen findet ein Cross-Country-Lauf statt - heute wurde dafür trainiert. Sie hat auch einen Fleiss-Zettel bekommen, da ist sie ganz stolz drauf. Jede Klasse muss einmal in der Woche mithelfen, die Schule sauber zu halten. Auf Deutsch: Müll einsammeln (Be a tidy Kiwi!). Das ist eine klasse Idee, damit sind alle Schüler verantwortlich dafür, dass die Schule sauber bleibt. Wer sich besonders anstrengt, bekommt einen Fleiss-Zettel, der an einer wöchentlichen Verlosung teilnimmt. Wer gezogen wird, bekommt eine kleine Süßigkeit. (Ich höre schon die Schlagzeile der Blödzeitung: SCHULE ZWINGT KINDER ZU SÜßIGKEITEN!). Die Kinder bekommen auch sonst einige Aufgaben übertragen. Beispiel: Klassenbuch. Die Kinder schauen darauf, dass alle pünktlich und DA sind (Roll Call), dann bringen sie die Liste ins Sekretariat. Die Lehrerin achtet natürlich auch darauf, aber das Ganze läuft sehr selbständig ab und die Kinder übernehmen Verantwortung füreinander. Kinder werden hier respektiert und kindgerecht motiviert. Kostet nix extra. Funktioniert trotzdem. Siehe PISA-Studien der letzten Jahre.

Das war mal wieder mein Wort zum Sonntag - einen schönen Vatertag noch!!!!

Sonnenaufgang

16.5.07: Mittwoch. Heute ist wieder ein Wetterchen zum Eierlegen - allerdings kommt ein starker, böiger Wind dazu. Dann lassen wir das lieber mit der Gartenarbeit. Gestern abend haben wir Nicole kennengelernt, die Mutter von Jennys Schulfreundin. Sie ist Deutsche, ihr Mann Deutsch-Südafrikaner und sie sind seit einem bzw. halben Jahr in NZ. Sie haben zwei nette Kinder, ein drittes ist unterwegs. Ihr Mann ist Zimmermann und viel auf Montage, daher ist sie ein bisschen einsam und sie hat sich auch nicht so sehr um soziale Kontakte gekümmert (sie hat auch noch Mühe mit dem Englisch). Wir haben sie ein wenig aufgemuntert - ist doch Ehrensache. Wenn wir irgendwie helfen können, machen wir das gerne, vielleicht brauchen wir ja auch mal Hilfe.

Wir testen im Laufe des Vormittags mal wieder unseren Router - seit 11.30 Uhr sind wir wieder im Spiel!!!!!!!! Keine müden kbs rumschieben - wir wuchten wieder GBs! OK, es ist keine Flatrate, aber immerhin.

Sport machen wir auch (auch wenns wehtut) und - sehr erfreulich - laut Maßband hat unser Umfang wieder ein paar Millimeter verloren. Geht doch.

Kontakte an der Jobfront, aber es tut sich nicht wirklich was. Leise Hoffnung auf ein Vorstellungsgespräch nächste oder übernächste Woche.
Als ich Jenny von der Schule abhole, habe ich Gelegenheit, kurz mit ihrer Lehrerin zu sprechen. Sie ist sehr zufrieden mit Jennys Leistungen und ist erstaunt, wieviel Englisch sie mitbringt. Sie meint auch, dass Jenny sehr, sehr motiviert ist und wohl früher nicht so gerne in die Schule ging … . Das kann man wohl sagen! Aber das ist bei den deutschen Baumschulen ja auch kein Wunder. Was uns aber sehr freut: der Aufwand, den wir mit Jenny bezüglich Englisch seit Jahren getrieben haben, zahlt sich jetzt voll aus.

Gerade habe ich wieder einen unserer spektakulären Sonnenuntergänge im Blick - man sollte wirklich Eintritt verlangen! Leider können wir die Untergänge nicht fotogrfieren, das packt unsere einfach Kamera nicht.

Manche fragen in eMails, ob es was Interessantes in unserer Umgebung gibt. Na klar, Porirua hat Inseln, Strände, eine absolut malerische Lagune (Aotea), ein Museum mitten im Mega-Einkaufszentrum und am Fuße unseres Feldherrnhügels gibt es eine Police Academy - nur die dazugehörige Blue-Oyster-Bar haben wir noch nicht gefunden :-)!

Und jetzt noch der heutige SonnenAUFgang - mit Blick auf die Südinsel im Hintergrund (sieht man nicht immer)!!

Sonnenaufgang mit Suedinsel
Nur kein Neid …

es wird …

14.5.07: Montag. Jenny kann es gar nicht abwarten, in die Schule zu kommen. (…) Das haben wir noch nicht erlebt (und auch nicht erwartet). Man sollte auch bedenken, dass unser Kind von der dritten Klasse direkt in die 5. Klasse gekommen ist. Wir hatten da schon mit Problemen gerechnet - aber davon keine Spur!!! In Mathe kommt sie sehr gut klar, in den anderen Fächern beteiligt sie sich auch munter am Unterricht. Sie schreibt motiviert Aufsätze (?!) und kommt mit Wortlisten nach Hause, die sie von der Lehrerin bekommt. Diese Listen übt sie von sich aus mit uns. Vielleicht haben wir auch das falsche Kind von der Schule abgeholt?
Jenny hat auch schon Freundinnen gefunden, die sie zum Geburtstag einladen möchte, wobei ihr natürlich Sophia und Maria aus Deutschland sehr fehlen werden.

Während Jenny in der Schule ist, kümmern wir uns um einen Schreibtisch. Unser Gästezimmer soll ja als Computerraum genutzt werden, wenn grad keine Gäste da sind. (Wo bleibt ihr eigentlich?)

Da wir nicht viel Platz haben - die Zimmer sind wirklich recht klein - entscheiden wir uns für ein Studentenmodell. Ein Bürostuhl kommt auch noch dazu und noch ein kleiner fuer Jenny. Wir handeln natürlich wie auf dem orientalischen Teppichmarkt und kommen sehr günstig mit den Ausstellungsstücken davon. Handeln ist hier sehr wichtig und macht auch Spass! Wir vereinbaren die Lieferung, da das Zeuch zusammengebaut ist und nicht in unsere Karre passt.
Wie vereinbart, rufen die Jungs an und kommen nach einer neuseeländischen Viertelstunde (Henriette kennt das: diese Viertelstunden können sich bis ca. 3 Stunden ausdehnen …) gegen Abend. So langsam wird es!

Brenton ruft uns noch an mit einer guten und einer schlechten Nachricht: unsere Matratzen sind da, die Betten noch nicht :-(. Wir finden es toll, dass sich Brent die Mühe macht und anruft, ist auch immer wieder eine Gelegenheit zu schwatzen. Ich habe ihm gesagt, dass er ohne Betten nicht zu Einweihungsparty kommen darf … :-)

Nachmittags ist Jobrecherche angesagt. Abends treffe ich noch einen Nachbarn, er arbeitet bei der ANZ-Bank in Wellington. Er weiss, dass das mit den Jobs eine langatmige Angelegenheit ist - er hat die Erfahrung in London gemacht. Er bietet mir an, sich für mich umzuhören. Ich bin wieder mal total platt bezüglich der Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit - und gebe ihm einen Lebenslauf mit.

Vor dem Schlafengehen testen wir noch die Telefonleitung - siehe da, wir haben eine landline (Nummer gibts wieder per Mail). Selbstverständlich haben wir auch gleich eine Möglichkeit ausbaldowert, wie man trotz Festnetz per VoIP saugünstig telefonieren kann. DSL dauert noch ein paar Tage, dann sind wir wieder voll im Spiel, JAU!

15.5.07: Dienstag. Diät lief bis gestern gut, heute sieht es nicht so gut aus. Kein Millimeter auf dem Maßband. Egal, wir bleiben dran.

Es ist wieder Zeit, sich bei den Recruitern zu melden. Noch keine Neuigkeiten. Ich schreibe noch eine Bewerbung - die Telecom hat in Wellington neue Jobs ausgeschrieben.

Dann kümmern wir uns um die Aussenanlage unserer Bretterbude. Die Verwalter hatten uns gesagt, dass es dafür günstige Service-Anbieter gibt. Wir haben aber Zeit und können die Bewegung gebrauchen. Im shed (ein kleiner Metallschuppen) auf unserem Grundstück finden wir einen Rasenmäher. Wir kriegen ihn auch zum Laufen, es ist ein Benzinmäher, alt aber tapfer. Unter anderem ist es auch der lauteste Rasenmäher der Welt. Das können wir unseren Nachbarn nicht antun. Dann sind sie vielleicht nicht mehr so nett zu uns. Nach reiflicher Überlegung beschliessen wir die Anschaffung eines Elektro-Rasenmähers, falls wir mal umziehen können wir ihn ja mitnehmen.

Wir haben eine gute Wahl getroffen - der Mäher mäht. Damit sind wir zufrieden und verschieben die Gartenarbeit auf morgen … wir müssen schliesslich unseren Lebensstil an Neuseeland anpassen, wenn wir richtige Kiwis werden wollen. Dazu fällt mir noch ein, dass wir uns - um unserer Bequemlichkeit Vorschub zu leisten - eine Mülltonne besorgt haben. Das Ganze kostet uns 80 Euro im Jahr, dafür haben wir aber noch 4 kostenlose Leerungen und einen Tankgutschein im Wert von 20 NZD bekommen. Ja, man muss schon auf sein Geld achten. Wo wir gerade dabei sind: wir tanken derzeit für ca. 73 Eurocent pro Liter Superbenzin. Und bei jedem Supermarkteinkauf bekommt man hier Benzinrabatte, das lohnt sich!
Jenny hat in der Schule ein deutsches Mädchen kennen gelernt, die möchte sie heute mal besuchen. Wir sind natürlich auch neugierig, was für Leute es da noch aus Deutschland getrieben hat. Ich werde berichten, bleiben Sie uns gewogen!

Weekend

12.5.07: Samstag, Familientag. Wir geniessen einen Tag mit Jenny. Hier in Porirua gibt es einen sehr schön gestalteten Minigolfplatz (Piratenmotive, sehr liebevoll gemacht). Das Wetter ist klasse - gestern hatten wir teilweise orkanartige Böen und Regen - heute Sonnenschein und 22° Grad, fast windstill.

Anschliessend fragen wir im Telecom-Laden nach wegen unserer “Landline”. Dann wird das Telefonieren günstiger - vor allem mit euch Europäern!

Wir sind natürlich auch an unserer Diät - das Massband meldet erfreuliche Verluste!!! Der Muskelkater ist noch nicht weg, aber weniger geworden. Abends geht es ins Kino - Spiderman ist angesagt. Jenny gefällt der Film, die Tricks sind ganz nett, aber irgendwie ist er uns anderen etwas langweilig vorgekommen. Ziemlich vorhersehbar, das Ganze.

13.5.07: Sonntag, Muttertag. Von Jenny bekomme ich ein ganz tolles selbstgebasteltes Geschenk, dann wieder ran an den Sport. Heute wollen wir auch unsere direkte Umgebung ein wenig erkunden, die letzte Zeit war doch stark von Nestbau und Terminen in Wellington geprägt. Morgen, Montag, gehen wir wieder mit geballter Energie auf die Jobsuche los.
Schönen Sonntag, euch allen - und vielen lieben Dank für eure Unterstützung, per Kommentar und Mails, es richtet uns immer auf, wenn wir von euch hören und wir wissen, dass ihr an uns denkt!

Gemischte Nachrichten

10.5.07: Nach verschiedenen Gesprächen mit Recruitern und auch unserem Einwanderungsanwalt müssen wir noch viel Geduld haben, was die Jobsuche angeht. Hier in NZ ist der Entscheidungsprozess ewig lang, möglicherweise muss man auch mit mehreren Gesprächen rechnen :-(. 4 - 6 Wochen (!!!) sind normal. Die Entscheidung wird auch nie von einem Einzigen getroffen - und keiner will derjenige sein, zu dem man später sagen kann: “Du bist Schuld, du hast den Mitarbeiter eingestellt.” Soll auch egal sein, ob es sich um Behörden oder Firmen handelt.

Das hat uns natürlich enttäuscht - insgeheim hatten wir schon gehofft, dass sich bald etwas tut.

Nachdem wir jetzt also wissen, dass wir noch Zeit haben, haben wir beschlossen, auf Diät zu gehen. Durch den Abwicklungs-, Organisations- und Prüfungsstress in Deutschland und die Untätigkeit (in der ersten Zeit hier) haben wir schön zugenommen. Da könnte man doch mal dagegen vorgehen. Wir beschliessen, den Kühlschrank mit gesunden Sachen zu füllen und als Anfang eine Rohkost-/Obstwoche einzulegen = KEINE tierischen Fette. Daher überfallen wir den grünen Supermarkt und kaufen alles, was uns fettfrei und gesund erscheint. 1,5 Stunden Sport und Gymnastik, zum Abendessen gab es dann Blumenkohl in Olivenöl mit verschiedenen Gemüsesorten der Saison. Bevor unsere Begeisterung und die Entschlussfreude ganz hinüber waren sind wir dann ins Bett gegangen.

11.5.07: Unter Aufbietung aller Kräfte hieven wir uns aus dem Bett. Was für eine Sch…idee. Trotz Megamuskelkater halten wir tapfer durch. Ihr fragt euch jetzt sicher, wie wir das mit unserem Milchkaffee regeln. Keine Sorge, wir haben uns auch dafür etwas einfallen lassen: Sojamilch. Ist nicht wirklich gut, aber es geht.

Nachdem unser Kind in der Schule ist, geht es wieder an den Sport. Keine Gnade. Was sind wir froh, dass uns keiner zuschauen kann… . Waage haben wir keine, sind auch zu geizig, uns für diesen Blödsinn eine zu kaufen. Das erledigen wir mit einem Massband aus dem Nähset. Man muss sich nur zu helfen wissen. Zum Abendessen gibt es echten Luxus: da ich kein Truthahnfleisch auftreiben konnte, gibt es hauchzarte Hähnchenbruststreifen auf Salat. Ja, ihr habt richtig gelesen - wir essen Salat. Holgi hat uns netterweise ein Kochbuch (für unseren neuen Lifestyle) geschickt, da trauen wir uns aber noch nicht ran. Zuviel Cholesterin. Trotzdem danke.

Manche fragen in den eMails, warum Neuseeländer in Bretterbuden wohnen. Ganz einfach: die Erde vibriert hier häufig (Microbeben) und Erdbeben gibt es hier auch. Steinhäuser tun sehr weh, wenn sie zusammenbrechen, Bretterbuden brechen in aller Regel nicht zusammen (und wenn, dann ist es nicht so schlimm). Wohntechnisch ist das schon eine Umstellung, aber wir empfinden es nicht als “Verschlechterung”. Es ist einfach eine andere Art zu wohnen, die auch ihre Vorteile hat. Natürlich gibt es hier auch Steingebäude und Hochhäuser, die sind allerdings sehr teuer, da sie erdbebensicher gebaut und klimatisiert werden müssen. Soviel zum Thema Architektur. Bleibt uns gewogen …

Der erste Schultag

9.5.07 - Jennys erster Schultag war ein voller Erfolg!!!!! Klar, hatte sie erstmal Bedenken, aber auf dem Bild seht ihr sie tapfer lächeln - mit der stellvertretenden Schulleiterin Christine, die Jenny auch gleich mit einem “Guten Morgen” begrüßt hat.
Jenny in der Schule

Wir sind dann alle zusammen zu ihrem Klassenzimmer gegangen, die Räume sind hell und freundlich, sehr gemütlich. Im Zimmer stehen zwei große Aquarien, da lernen die Kinder den Umgang mit Tieren und das Übernehmen von Verantwortung. Jedes Klassenzimmer hat mindestens 4 PCs (mit Internet-Zugang selbstverständlich). Wir haben die Lehrerin kennengelernt, die Jenny hauptsächlich unterrichten wird, sie macht einen sehr netten und kompetenten Eindruck. Sie hat uns gleich gefragt, ob wir per eMail kommunizieren können, das sei ja “sooo viel einfacher …”. Christine hat dann auch gleich gesagt, dass wir ein Mail schicken sollen, falls Jenny mal nicht in die Schule kann. Die Schule schickt auch regelmäßig einen Newsletter, damit alle informiert sind. (Wer unbedingt will, kann natürlich auch ein Blatt Papier haben)

@ Holgi, Micha und Claudia: ihr könnt ja mal fragen, ob ihr eurer Referendariat in Neuseeland machen könnt.

Für alle geplagten Eltern, die hier mitlesen:
Kein Stress mit dem Beschaffen von Heften, Blöcken etc.. (Ich schwöre, das ist die reine Wahrheit!!!! Ehrenwort.) Man kauft einfach im Sekretariat ein fertiges Paket mit ALLEM, zu einem lächerlich geringen Selbstkostenpreis (keine 10 Euro). Allerdings: Für Stifte, Tesa-Rolle und Schere muss man selbst sorgen. Eine kurze Liste mit 8 Positionen, Schätzwert: unter 8 Euro. In Deutschland treiben einen die mehrseitigen Beschaffungslisten zum Beginn des Schuljahres regelmäßig in die Pleite und den Selbstmord. Sachen aus dem vorangegangenen Jahr kann man nicht weiter benutzen, noch nicht mal an Kinder in den unteren Jahrgängen weitergeben. Das wäre ja viel zu einfach. Außerdem habe ich festgestellt, dass die meisten Lehrer “Ordner” auf ihre Listen setzen - wenn sie tatsächlich aber HEFTER meinen. Wir werden die Eltern schon kleinkriegen. Wenn das nicht reicht, setzen wir vormittags Bastelabende an, da haben die Eltern keine Zeit, kriegen ein schlechtes Gewissen und werden von den Eltern, die immer Zeit haben, wie Aussätzige behandelt. PISA-Studie? In Deutschland uninteressant.

Wir fühlen uns richtig erleichtert, dass wir uns da ausgeklinkt haben.

Bevor ich es vergesse: gegen ein sehr geringes Entgeld darf man sein Kind hier vor und nach der Schule betreuen lassen, falls es mit den Arbeitszeiten Probleme gibt. Das ist in NZ ganz normal, wird staatlich gefördert und man muss sich nicht als Rabeneltern fühlen. Hier noch ein Bild von der Schule:
die Schule

Als wir Jenny von der Schule abholen, sind wir sehr gespannt, was sie erzählt. Sie ist ganz begeistert, obwohl sie noch nicht alles mitbekommen hat. Die Mitschüler/innen sind sehr nett zu ihr gewesen und haben sie gleich mit in die Gruppe einbezogen. Was Jenny besonders gefällt: jeden Tag wird Sport gemacht (nein, wir müssen keine 5 Sorten Sportschuhe besorgen … ). Sie hat gemeint: “Ich bleib auf jeden Fall in Neuseeland.”. Na, dann …

Jobsuche: Zäh. Ist nicht wirklich so, kommt uns aber so vor, weil wir jetzt Zeit haben und unser Kind in der Schule ist.

Schule!!!

8.5.07: Jenny kann in die tolle Schule gehen! Wir hatten schon befürchtet, dass es nicht klappt. Aber gerade kam der Anruf: Morgen früh gehts los. Damit sind wir auch einen Riesenschritt weiter - und Jenny muss nicht mehr die ganze Zeit mit ihren Ollen rumhängen ;-). Die Schule ist eine der besten in Neuseeland und - was Jenny ganz klasse findet - es gibt keine Schuluniformen. Schade, das hätte unser Leben etwas vereinfacht.

Es hätte uns auch passieren können, dass Jenny in die Schule darf, wir aber heftig dafür löhnen müssen. Da wir aber den Einwanderungsprozess schon begonnen haben und unsere EOI im Pool bei der Immigrationsbehörde ist, werden wir in diesem Fall so behandelt, als ob wir schon die permanente Aufenthaltserlaubnis hätten.

Ansonsten ist heute nicht viel passiert - ein paar Mails hin und her mit den Recruitern, ein weiterer Job, der vielleicht interessant sein könnte - aber das ist auch mal gut so. Wir haben ganz schön was auf die Beine gestellt in der letzten Woche, da darf mal ein langsamerer Tag dabeisein. Tolles Wetter war heute auch. Strahlend blauer Himmel, Sonnenschein mit ca. 25º Grad und kaum Wind. Für Mitte Herbst ist das völlig o.k. so. Die Sicht von unserem Feldherrnhügel war so gut, dass wir sogar die Südinsel sehen konnten. Traumhaft.

Wir hatten heute auch mal Zeit, über unsere Erlebnisse und unser neues Land nachzudenken. Wir sind froh, dass wir den Schritt gemacht haben. Fast alle Angelegenheiten, die uns in Deutschland zu Ende genervt haben und uns als hirnrissig oder völlig falsch aufgestoßen haben, werden in Neuseeland mit gesundem Menschenverstand, Gelassenheit und einer guten Portion Humor angegangen. Bestes Beispiel: die Sache mit dem Müll. Na ja, dafür gibt es in Deutschland ja das Dosenpfand. Wir finden jeden Tag weitere Beispiele, keine Sorge.

Sicher gibt es auch Schattenseiten, wie in jedem Land, aber wir fühlen uns hier wohl und haben festgestellt, dass Probleme tatsächlich anders gelöst werden können - und Bürger das Wasser nicht den ganzen Tag laufen lassen, nur weil es kostenlos ist (oder den Müll ungetrennt auf die Straße/in den Wald schmeißen). Man erlebt hier ein freundliches Miteinander und Respekt vor der Einsichtsfähigkeit der Bürger. Zwang und Kontrolle gibt es nur in Maßen.

Soviel für heute, wir sind gespannt, wie Jenny dei Schule gefällt!

Organisation

6.5.07: Sonntag. Heute gehen wir auf die Nachbarn los. Wir frühstücken in Ruhe, dann machen wir uns so gegen 11 Uhr auf den Weg. Wir erreichen natürlich nicht alle, aber alle, die wir erreichen, freuen sich, dass wir uns vorstellen, laden uns ein, vorbeizukommen. Jeder hat Zeit für einen Schwatz und ist hilfsbereit. George (Nachbar links) kommt vorbei und stellt fest, dass wir noch keine Glotze haben, er bietet uns an, uns eine auszuleihen, bis wir eine eigene haben. Stellt euch einfach vor, in Deutschland ziehen arbeitslose Ausländer irgendwo ein. Den Rest brauche ich wohl nicht zu erzählen.

Wir fragen natürlich auch nach den Müllgepflogenheiten und bekommen die Auskunft, dass das eigentlich nix kostet. (HÄ??). Wir beschließen, der Sache am Montag beim City Council (Stadtverwaltung) nachzugehen. Auch zum Thema Schule lassen wir uns ein paar Infos geben, in Neuseeland gibt es ein öffentliches Ranking für alle Schulen, so dass man - je nach Wohnort - eine gewisse Auswahl hat. Kinder in Jenny’s Alter gibt es hier auch, es entstehen die ersten Kontakte.

Anschließend kaufen wir noch ein - eine Pfanne hat noch gefehlt …
Im Internet recherchieren wir dann noch Schuladressen.

7.7.07: Montag, Großkampftag. Beim City Council (Rathaus) ist man völlig von den Socken, was wir wohl wollen? Wir sind einfach von D geprägt, fragen, ob wir uns irgendwie irgendwo anmelden müssen? Der Typ freut sich, dass wir vorbeischauen, lacht sich kaputt, dann drückt er uns ein paar Broschüren mit wichtigen Telefonnr. in die Hand. Wir fragen nach dem Müll (so langsam stapeln sich ja auch die Kisten in unserer kleinen Bude). Alle Diplomverwaltungswirte sollten sich jetzt - bevor sie weiterlesen - hinsetzen.

Es gibt KEINEN Anschluß- und Benutzungszwang (siehe auch Abgabenordnung § 222 ff).

Müll kann KOSTENLOS, leicht sortiert fürs Recycling, am Müllplatz abgegeben werden. Alternative für die Faulen: Man kann bei einem von verschiedenen privaten Anbietern Kunde werden und den Müll in einer Tonne abholen lassen oder im Supermarkt schwarze Säcke kaufen, die von der Stadt abgeholt werden. Fazit: Wenn man den Müll alle 14 Tage in einer 240-Liter-Tonne abholen lässt, kostet es ca. 80 (in Worten ACHTZIG) Euro im JAHR. Das glaubt uns wahrscheinlich kein Mensch. Kommt und seht: die Straßen und Grundstücke sind nicht verdreckt. Die Wälder und Parks sind sauber.

Wir sind wieder mal völlig verblüfft und machen uns mit Jenny auf den Weg zu der Schule, die wir uns als erste Wahl ausgesucht haben. Die Schule ist ca. 5 km entfernt und hat ein schönes weitläufiges Gelände, liebevoll mit tollen Spielgeräten und Sportplätzen ausgestattet. Die Klassenräume sind hell und freundlich, max. 21. Kinder pro Klasse. Die stellv. Direktorin unterhält sich mit uns - kramt sogar etwas Deutsch hervor - und informiert uns umfassend über alles. Es gibt extra Sprachunterricht für Ausländerkinder, viele Ausflüge und sehr viel Sport. Da wir noch keine permanente Aufenthaltserlaubnis haben, fragen wir natürlich, was der Spass kostet.

Die Dame schaut ganz verwundert und erklärt uns, dass es nichts kostet. Die einzigen Kosten, die entstehen, sind ca. 80 Euro pro Jahr. Damit sind sämtliche Aktivitäten (Ausflüge, Bücher, Eintritte, Fahrtkosten etc.) erledigt. Wir (auch Jenny) sind begeistert und beantragen Jennys Aufnahme. Hier müsst ihr wieder Daumen drücken - morgen bekommen wir Bescheid, ob es klappt!

Als Nächstes laden wir unser Auto voll und testen den Müllplatz. Tatsächlich kostenlos. Weiter geht es nach Wellington, wo ich einen Termin beim nächsten Recruiter habe. Sehr guter Gesprächsverlauf, möglicherweise nächste Woche Vorstellungsgespräch beim Kunden. Also das Fazit bezüglich Job: 8 Tage in Wellinton 3 sehr gute Interviews mit Recruitern und 3 konkrete Jobs in der Pipeline - da habe ich wirklich das Gefühl, dass wir das Richtige getan haben.

Jenny hat auch einen Spielkameraden gefunden, ein netter Nachbarsjunge, mit dem sie auf Anhieb klargekommen ist und gleich den ganzen Abend verbracht hat. Soviel für heute - bleiben Sie dran!

Es wird wohnlicher!

4.5.07: Der Tag, an dem Alles eintreffen soll, was wir organisiert haben. Während wir warten, putzen wir ein wenig weiter ;-). Da kommt die Kühlchrank-Kombi, hier haben wir ein wenig gespart und ein sehr preiswertes Modell genommen. Diese Ausführung - haben wir uns erklären lassen - ist eigentlich für einen Ein-Personen-Haushalt gedacht … . In NZ ist wohl nur ein Riesenkühlschrank, der auch Eiswürfel ausspuckt, ein guter Kühlschrank (@ Chris: ich weiss, dass du auch so denkst!). Wir nehmen das gute Stück in Betrieb und kaufen auch ein paar Sachen ein, damit der Speiseplan besser wird.

Damit die Sitzhaltung besser wird, hatten wir ja bei ‘Big Save’, das ist ein sehr günstiger Möbeldiscounter, eine Sofakombi bestellt. Endlich kommt die Lieferung - die Sachen sind wirklich nicht groß (2-Sitzer + 2 Sessel), aber sie durch unsere Tür zu bringen klappt nicht (die Waschmaschine mit 60cm Breite hatte grad so durchgepasst). Wir managen das Ganze über die Terrasse, 1 Sessel kommt zum Kind, hatte sie sich so gewuenscht. Das Sofa wird zusammengesetzt - und das Ergebnis könnt ihr weiter unten bestaunen. (Ja, das Sofa fährt auch aus! Ihr seht, wir lernen langsam ‘lifestyle’!!!!)

Wir haben das neue Sitzgefühl abends auch gleich ausprobiert und an unserem Laptop einen Film geschaut. Das ist natürlich meilenweit von unserem Heimkino entfernt - aber wir arbeiten daran, keine Sorge, Rudi!

5.5.07: Samstag. Stephan hat Brötchen geholt und auch Croissants mitgebracht. Die Brötchen sind ’naja’ aber die Croissants sind eine Offenbarung, echt klasse. Dann ist schon wieder ’shopping’ angesagt, nach den großen Dingen fehlen noch viele, viele kleine, die halt auch notwendig sind - z. B. Pfanne, Topf, Nudelsieb, Klobürste, Besen, Salz, Pfeffer usw. usw..

Wir machen uns auch langsam Sorgen um Tisch und Stühle, die sollten eigentlich schon am Freitag geliefert werden. Wir gehen in dem Laden vorbei - ein Computerfehler hat die Auslieferung verhindert. Die Leute haben Mitgefühl und versprechen, heute gegen Abend zu liefern, falls wir die Sachen dann selber zusammenbauen. Wir sagen begeistert zu. Als Ikea-Veteranen kann uns das Zusammenbauen nicht schocken (denken wir). Anschließend versuchen wir herauszufinden, wie das hier mit dem Fernsehen funktioniert. Unser Haus hat keinerlei Antenne, da ist das Anbringen einer Sat-Schüssel oder terrestrischen Antenne angesagt. Der ganze Aufstand für 5 (Dauer-Werbe-)Programme - davon eines in Maori, dessen wir nicht mächtig sind. Aber irgendwie müssen wir da durch, wenn nicht für uns, dann für Jenny. Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit Sky zu abonnieren, das ist so ähnlich wie Premiere, auch teuer, aber ohne Bundesliga. Sch… . Mal sehen, was uns dazu noch einfällt.

Kaum zuhause, kommen die Jungs mit Tisch und Stühlen in 2 großen Paketen, die Freude ist groß, ein zivilisiert ablaufendes Abendessen winkt. Wir packen den ganzen Krempel aus und stellen fest: es gibt eine Steigerung zu Ikea! Was tut man nicht alles?! Wir machen uns ans Werk, schrauben uns die Finger blutig - dafür haben wir endlich eine Essecke (siehe unten)! Ist nix für die Ewigkeit, aber man kann erstmal drauf sitzen. Wenn wir noch ein paar nette Bilder finden, wird unsere kleine Bretterbude richtig gemütlich.

Wir haben übrigens heute auch mal unsere Adresse in Google Earth eingegeben. Da steht kein Haus!!!!!!!!!!!! Die Sat-Bilder von Google sind halt im Schnitt ca. 1,5 Jahre alt. Jetzt wissen wir also, dass unsere Bude - wie das bei 80% der neuseeländischen Häuser möglich ist - hierher versetzt wurde. Interessant. Da immer wieder per Mail gefragt wird: die Burg kostet 340 NZD pro Woche (ca. 170 Euro). Läge sie 5 km näher an Wellington, würde sie 430 NZD kosten.

Wir vermissen Euch - aber wir haben jetzt ein Gästezimmer!

Die Wohnecke

wohnen 

Die Essecke

essen

… und SO geht das mit dem LIFESTYLE:

... das geht mit dem Sofa auch! 
… geht auch mit dem 2-Sitzer!

Und noch ein Sonnenuntergang

sonnenuntergang