Time to say good bye

14.1.08, Montag. Heute dürfen unsere Gäste den Blog gestalten 🙂 ihr bekommt also Infos aus erster Hand!

Inge schreibt:

bye

So ist mir zumute. Der letzte Tag ist schon halb rum und die Abreise rückt leider immer näher… Aber ich fliege nur mit halbgebrochenem Herzen, das ich bestimmt wiederkomme!!! Es war eine schöne Zeit. Als ich nach der Ankunft ziemlich platt aus dem Flieger gewankt bin, hatte ich sicher keine Vorstellung davon, was mich hier erwartet… Es war so umwerfend, dass man es gar nicht beschreiben kann. Auch die Bilder geben nur einen vagen Eindruck davon, wie es wirklich ist: Farben, Licht, Pflanzen, Bäume, Wasser, freundliche Menschen… Da wir uns eine gute Jahreszeit ausgesucht haben, war auch die Outdoor-Kleidung sehr leger. Es graut mir schon davor, zu Hause wieder mit mindestens 3 Schichten Kleidung rumzulaufen. Andi kommentierte diesen Gedanken mit der Bemerkung, dass er hier das trägt, was er zu Hause drunter trägt!!! Wohl war…. Ich bedanke mich bei Sabine und Stephan, die uns ganz viel von Land und Leuten gezeigt haben, uns unermüdlich in der Gegend rumgeschleppt haben und uns mit Stolz schöne Plaetze ihrer neuen Heimat gezeigt haben. Ich kann sehr gut verstehen, dass sie hier auch nicht mehr weg – und nicht mehr mit Deutschland tauschen wollen !!! (Würde ich auch nicht !!) So als „alternatives Bilderbuch“ bin ich natürlich auch fleissig dabei, mir ein geeignetes Domizil hier zu suchen… aber man muss ja auch Träume haben!!! So Ihr Lieben, das nächste Mal bin ich wieder auf der anderen Seite des blogs und weiss dann viel besser, wovon ich rede… INGE

Andi schreibt:
Mir fühlt es auch schon ganz heulig bei dem Gedanken, dieses fantastische Kleinod verlassen zu müssen. Als Sabine und Stephan mir dereinst eröffneten, dass sie Deutschland den Rücken kehren und sich in New Zealand eine neue Zukunft aufbauen wollen, war ich nicht besonders überrascht, nur, musste es gleich sooo weit weg sein? Wenn ich jetzt meine eigenen und unsere gemeinsamen Erfahrungen in Down-Under zusammenfasse, muss diese Frage eindeutig mit „ja“ beantwortet werden!

Selbstverfreilich habe ich die nahezu täglichen Berichte in diesem Blog verfolgt. Gut – manchmal dachte ich auch, die übertreiben schamlos. So was gibt es nicht wirklich. Pech gehabt – oder einfach zu „deutsch“ gedacht – es stimmt alles. Hier in New Zealand fehlt einfach alles, was einem das Leben in Deutschland auf lange Sicht versaut. Hier habe ich das Gefühl echter Freiheit, nichts wird vom Staat zu Tode geregelt oder kaputt reformiert. Hier hält sich ein minimalisierter Staat dezent im Hintergrund und ist für die Menschen da. Niemand wird bis auf’s Blut mit Steuern und Abgaben malträtiert. Politiker, die Mist gebaut haben, werden in der Öffentlichkeit und von der Presse deutlich kritisiert und müssen (völlig undeutsch) tatsächlich ihren Hut nehmen. Komisch, was 4 Millionen Kiwis können, müssten doch auch 80 Millionen Deutsche hin kriegen?!?

Ein kleines Beispiel sei hier aufgeführt: Ich habe in Wellington (!Hauptstadt!) in der Sylvester-Nacht die wohl freundlichste Verkehrs- und Alkoholkontrolle aller Zeiten erlebt. Oder hat schon mal jemand einen deutschen Polizisten erlebt, der Motorradfahrern (mit Radar-Warnern an der Maschine) die technischen Details (incl. Radarpistole) seines neuen Dienstwagens mit einem Lächeln erklärt???? Es geht auch ohne grossflächige Abzocke unter dem Deckmantel der Verkehrssicherheit.

Genug gelästert. Es gibt ja auch noch ganz viele andere Dinge in diesem Land, die einen immer wieder verblüffen und erstaunen. Nehmen wir die Natur. Ich meine hier nicht renaturierte geplante Einheits-Pampe. Ich meine so richtig wilde Natur, nicht Betreten-Verboten-Parks, kostenpflichtige Attraktionen oder private Kein-Durchgang-Strände. Ich meine unberührte Natur, öffentliche Traumstrände (auf die jeder mit dem Auto bis ans Wasser fahren darf, wenn man will – muss man aber nicht). Und das Ganze ohne staatliche Aufpasser. Und jeder räumt seinen Müll weg (wie undeutsch – igittigitt). Ich meine das (nahezu) endlose Grün, das je nach Wetter und Sonneneinstrahlung immer wieder anders aussieht. Nicht zu vergessen, die Buchten und die teilweise grandiosen Aussichten auf die Tasman-See und den Südpazifik. Gut, was will man den auf zwei kleinen Inseln mit entsprechendem Klima auch anderes erwarten?!?

Klein aber fein. Alleine die verschiedenen Vegetationszonen, die wir auf unserer kleinen Rundfahrt von Porirua über Taupo nach Napier und zurück nach Porirua durchfahren haben … Wau, ich glaube, das ist einmalig.

Leben und Leben lassen (nicht Leben zu horrenden und auf anderer Kosten) dürfte wohl die kürzeste Beschreibung für das Leben in New Zealand sein. Und das spürt man auch. Die Menschen sind freundlich und ehrlich. Und wenn sie einen fragen, „wie geht es dir?“ dann wollen die tatsächlich eine Antwort darauf wie es dir geht und nicht nur wissen, ob die Arbeit erledigt ist. Armes Deutschland. Von diesem „Dritte-Welt-Land“ am Arsch der Welt kannst du dir mehr als eine Scheibe abschneiden.

Bevor ich mich noch weiter auslasse und Gefahr laufe, den Leser zu langweilen, hier mein Fazit:
Der Trip nach New Zealand war bisher die beste Entscheidung meines Lebens. Nach New Zealnd zu ziehen war für Sabine und Stephan die bisher beste Entscheidung ihres Lebens. Ein gutes Beispiel?!?

Also, wer ist der/die Nächste, der/die das herausfinden möchte?

Andreas

Sabine schreibt:

Wie versprochen – hier noch ein neues Bild vom Katzenhaufen. Wie man sieht, gedeihen sie prächtig!
bye

Über sabine.scholl

Dies ist der Neuseeland-Blog von Sabine, Jenny und Stephan Scholl. Ausgewandert April 2007 :-)
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1 Antwort zu Time to say good bye

  1. Thommy sagt:

    Hi
    Ihr klingt ja echt begeistert. Es freut mich für die schöne Zeit die Ihr hattet. Kaum seid ihr weg, sind schon wieder Freunde von mir in Kiwiland. Annett und Julius sind in Corromandel Thomas und Familie kommen morgen in Auckland an. Mal sehen wie viele Neuseeland Blogs noch in meinen Lesezeichen landen 😉
    Dieser bleibt natürlich ganz oben.

    Thommy

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