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22.6.2007 von sabine.scholl.
22.6.07, Freitag. Seit gestern (Winteranfang!) ist das Wetter sehr pünktlich recht ungemütlich geworden. Wind und Sturm, aber keine Sorge - unsere Bretterbude steht noch. Scheint auch einigermassen isoliert zu sein, wir frieren nicht
Zwischendurch scheint auch immer wieder die Sonne, ist schon ein tolles Wechselspiel. Die Temperaturen liegen zwischen 6 und 19 Grad.
Passiert ist heute gar nichts, nach der ganzen Aufregung (Stromtheater, Vorstellungsmarathon, etc.) haben wir uns einen ruhigen Tag gemacht. Hoffen wir auf ein schönes Wochenende und sind gespannt, wie es dann weitergeht …
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21.6.2007 von sabine.scholl.
21.6.07, Donnerstag. Alle Daumendrücker können eine Pause einlegen (nur eine kleine Pause, damit sich die Daumen etwas erholen können). Dank eurer (und meiner Anstrengung) geht es weiter. Zusage habe ich leider noch nicht, aber es wird einen weiteren Termin geben. Die guten Leute können sich hier einfach nicht entscheiden und Verantwortung will keiner übernehmen. Daher schickt man mich (und einen weiteren Bewerber) zu einem psychometrischen Test. Man will sich bei den Führungsqualitäten einfach GANZ SICHER sein (…).
Nach dem ersten Schock (was soll der Bullshit?!?!), haben wir uns schlau gemacht und festgestellt, dass diese Tests hier in Mode sind - jeder zweite Angestelltenjob (und wenn er noch so popelig bezahlt wird) wird mit Hilfe dieser Tests vergeben. Durch diese Kaffeesatzleserunde muss ich also durch. Irgendwann nächste Woche. Wenigstens kostet das die Firma richtig Knete.
Der Wirtschaft geht es hier echt zu gut und die “Knaller in Charge” haben zuviel Zeit. Aber Jammern hilft nix, weiter gehts. Habe auch gleich weitere Bewerbungen rausgehauen (@Wolfi: du hast vollkommen recht!!).
Heute war Jenny’s Science Fair - als richtige Ausstellung, offen für die Eltern und andere. Tolle Themen und sehr schöne Displays. Bei dieser Gelegenheit haben wir auch etwas länger mit Jenny’s Lehrerin gesprochen. Sie ist sehr, sehr zufrieden mit ihr und findet, dass sie eine absolute Bereicherung ist. Als wir ihr erzählt haben, dass das mit der Jobsuche zäh ist, hat sie gemeint, dass sie die Daumen für uns drückt, damit wir einen Job in der Gegend bekommen und Jenny auf keinen Fall aus der Schule nehmen müssen. Hört sich richtig gut an, oder? Da sind wir mal richtig stolz auf unser Kind und freuen uns sehr.
Mistige Anekdote am Rande, zum Thema “Katze”. Stefan, Ute, Daniel und Jessie sind ja die Katzenbändiger und -kümmerer, die auch Alles abwickeln. Das ist ein Riesenaufwand und ich hatte mich bemüht, im Vorfeld alles abzuklären, was geklärt werden kann. Denen hat die deutsche Superverwaltung einen netten Knüppel zwischen die Beine geworfen. Die amtstierärztliche Untersuchung sollte beim Landratsamt Karlsruhe stattfinden, es war alles vereinbart, Untersuchungen, Formulare, Timing und sogar die Urlaubszeiten berücksichtigt. Wir dachten, es sei alles im grünen Bereich. Denkste. Als Ute sich beim Landratsamt gemeldet hat, um den Termin zu bestätigen, haben die lieben Leute ihr einfach lapidar mitgeteilt, dass sie nicht mehr zuständig sind, da die Katze ja jetzt in Karlsruhe-Stadt wohnt, sei die Stadtverwaltung zuständig. War also alles fürn A… obwohl vorher ausführlich besprochen. Ute und Stefan müssen jetzt den ganzen Krempel am Montag mit der Stadtverwaltung durchziehen, dort hat natürlich keiner Plan oder Ahnung bezüglich Ausfuhr nach Neuseeland. Ganz grosses Tennis. Back to square one. Wir hoffen, dass trotzdem alles gutgeht und der Doc das Monsterformular richtig ausfüllt (@Stefan + Ute: check and double check, es ist ein Arzt!!). Die restlichen Formalitäten (auch in Neuseeland) werden noch schlimm genug.
Olaf hat uns verlassen, der Glückliche fängt am Montag an zu arbeiten. Als Handwerker hat man es entschieden leichter hier. Wir gönnen ihm das und hoffen, dass alles gut klappt.
Wir füllen jetzt unsere Visaverlängerung aus - unsere 3 Monate sind fast um. Stay tuned
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20.6.2007 von sabine.scholl.
20.6.07, Mittwoch. Warten, warten, warten. Heute vormittag war ich nochmal bei der Firma - ein zweites Gespräch. Auch hier habe ich einen guten Eindruck und hoffe, ich habe einen solchen hinterlassen! Jetzt ist Spannung pur angesagt, vielleicht bekomme ich morgen Bescheid. So, Leute. Jetzt könnt ihr mal beweisen, wie gut ihr Daumen druecken könnt!!!!!
Trotzdem gingen heute noch weitere Bewerbungen raus, never give up.
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19.6.2007 von sabine.scholl.
19.7.07, Dienstag. Noch ein Nachtrag zu gestern: Olaf hat sein Visum bekommen, da haben wir natürlich gestern noch ein Gläschen drauf getrunken!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Ich hatte heute mein Vorstellungsgespräch bei Datamail … . Was soll ich sagen? Ich habe mein Bestes gegeben und ich denke, es ist gut gelaufen. Es hat fast 2 Stunden gedauert - in einer sehr freundlichen, offenen und lockeren Atmosphäre. Ihr könnt noch nicht mit dem Daumendrücken aufhören, in ca. 2 -3 Tagen werde ich wahrscheinlich Bescheid bekommen.
Ich habe gleich anschliessend mit der Recruiterin gesprochen - sie meinte, ein 2-Stunden-Gespräch sei eine Sensation, normalerweise sind die Interviews nach 45 - 60 Min. zuende. Ob das jetzt ein gutes oder ein schlechtes Zeichen ist, konnte (wollte) sie mir nicht sagen. Ich denke: eher GUT. Warten wirs ab!
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18.6.2007 von sabine.scholl.
17.6.07, Sonntag. Heute geht es wieder Richtung Robben. Zunächst müssen wir wieder über die Nebelberge - Höhenunterschiede von ca. 800 m. Dort ist die Landschaft wildromantisch und - bis auf die Strasse - naturbelassen.

Hinter den Bergen wird es wieder sehr flach und sehr viel Gegend sehr dünn besiedelt.

Interessant auch die unternehmerischen Ideen der Einwohner:

Hinter Pirinoa geht es auf verschlungenen Pfaden an die Küste, zur südlichsten Spitze der Nordinsel: Cape Palliser. Wunderschöne schwarze Strände:

Wir sind fast da - da versperrt eine Furt den Weg. Ein paar Jungs, die auf dem Rückweg von den Robben waren sind schon abgesoffen. Am Ende der Welt muss man zusammenhalten und wir versuchen zu helfen. Das Wasser hat vielleicht 6° Grad - trotzdem stürzt sich Stephan todesmutig in die Fluten. (Aussentemperatur: 8°). Wirklich wahr, seht selbst:

Handys kann man hier vergessen, aber Hilfe kam (von ortsansässigen Fischern).

Wir haben dann eine Weile überlegt, ob wir es wagen sollen. Wir haben noch nie schnell aufgegeben, also … . Da wir einen Allrad fahren und richtige Kiwis werden wollen haben wir dann tapfer übergesetzt. Sabine und Olaf haben die Furt zu Fuss überquert, damit das Auto leichter ist - und alles geht gut. Die Sache war es auch wert - schaut euch die Bilder an:








Die Tiere lungern friedlich in der Gegend herum und mit etwas Geduld kann man sich ihnen bis auf einen Meter nähern. Streicheln wollten wir nicht, es sind schliesslich wilde Tiere und sie sollen es auch bleiben. Ein unglaubliches Erlebnis -dass alle Mühen wert war.
Einen Leuchtturm gibt es dort auch - vor lauter Robben hätten wir fast vergessen, ihn zu fotografieren …

Dann mussten wir wieder zurück, wir wussten ja nicht, was uns bei der Rückkehr an der Furt erwartete. Das Wetter war sehr gemischt an dem Tag und es fiel häufig etwas Regen. Unser Allradstar hat due Hürde aber problemlos genommen - diesmal sind sogar alle im Auto geblieben! Man muss nur mit Schwung fahren und darf nicht zögern. Sogar am Ende der Welt gibt es saubere Toiletten - das wollte ich euch nicht vorenthalten! Neuseeland ist da vorbildlich, diese Etablissements gibt es wirklich überall und sie sind immer auch recht sauber.

Der Rückweg war ohne besondere Vorkommnisse - der Nebel hatte etwas nachgelassen, seht selbst:

18.6.07, Montag. Unser Hochzeitstag … Der Tag des Rumrennens, um alle Stromprobleme zu begradigen. Bis auf Monitor und zwei Netzteile haben wir auch alles wieder auf die Reihe bekommen (Umtausch!). Der Rest wird noch. Denkt an das DAUMENDRÜCKEN für mein Vorstellungsgespräch!!!!!!!!
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16.6.2007 von sabine.scholl.
14.6.07, Donnerstag. Warten auf Godot. Kein Anruf. Trotzdem Freude über das Vorstellungsgespräch am Dienstag. Wir bereiten Jennys Vortrag vor - morgen ist der grosse Tag mit ihrem Display.
15.6.07, Freitag. Jenny ist ganz aufgeregt (wir auch: wir hoffen, dass das was wir da produziert haben, auch so in Ordnung ist.
Nach der Schule holen wir Jenny ab - alles bestens!!!
Nachdem der erste Andrang vorbei ist, wollen wir endlich ins Kino und Pirates of the Caribbean (Teil III) anschauen. Als wir ankommen sind die Öffnungszeiten geändert, so geht das schon mal los. Statt 16 Uhr nun 16.45. Wir trinken einen Kaffee, Jenny bekommt ein Eis, dann geht es ins Kino. Wir sind enttäuscht, haben das Gefühl, dass der Film zu lang war und den guten Leuten zum Schluss nix mehr einhgefallen ist. Schade.
Als wir zuhause ankommen steht ein Serviceauto von Siemens vor der Tür und ein einsamer Mann im Blaumann macht sich am Verteiler zu schaffen. Er informiert uns, dass unser Nachbar Probleme mit dem Strom hat und den Service gerufen hat. Stephan hält ihm die Lampe, der Techniker öffnet den Verteiler und kappt das Erdungskabel. In unserer Hütte gehen die Lichter aus.
Bilanz: Heizung, Monitor, Router, Telefon, Dehumidifyer, Lautsprecher sind der Überspannung erlegen. Jetzt wisst ihr auch, warum es gestern keine Mails und Berichte gab.
16.6.07, Samstag. Der Tag ist natürlich voller Hektik, das Ausmaß der Katastrophe festzustellen und lebenswichtige Dinge wieder zum Laufen zu kriegen. Bei Telefon und Router hat es nur das Netzteil zerschossen, die anderen Geräte sind hinüber. Unsere netten Nachbarn versorgen uns mit einer Heizung - den Rest des Tages verbringen wir u. a. damit herumzutelefonieren. Da auf allen Geräten Garantie ist, werden wir das Ganze über diese Schiene abwickeln. Damit werden wir noch einiges an Gerenne haben. Wenigstens kam nochmal ein Elektriker und hat die Hauselektrik überprüft, damit wir nicht noch Folgeschäden haben.
Morgen wollen wir einen weiteren Versuch starten, die Robbenkolonie zu besuchen - ich werde berichten!
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13.6.2007 von sabine.scholl.
13.06.07, Mittwoch. Heute gibt es gute Nachrichten: ich habe ein Vorstellungsgespräch bekommen! Das heisst, der Firma ist bekannt, dass ich KEIN resident bin - aber sie wollen mich trotzdem sehen. Die Tätigkeit hört sich auch ganz brauchbar an. Das ist echt mal ein Lichtblick, Leute. Der Termin ist nächste Woche, am Dienstag, 13.30 Uhr. Für euch heisst das natürlich: mitten in der Nacht aufstehen und Daumen drücken, was das Zeug hält!!!!!!!!!!!! Die Firma sitzt in Petone, das ist ein Nachbarort. Wäre sehr angenehm zu fahren und ich hätte kein Parkplatzproblem (Wellington City ist es eng mit dem Parken, Parkhaus würde ca. 60 NZD wöchentlich kosten!).
Ich warte auch noch auf eine Reaktion von der Firma, für die ich das Portfolio programmiert habe (das wäre der interessantere Job …). Eigentlich könnt ihr durchgehend Daumen drücken!
Ich halte euch auf dem Laufenden, stay tuned ![]()
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12.6.2007 von sabine.scholl.
12.06.07, Dienstag. Bewerbungen und Hin und Her mit Recruitern. Ich feile an Bewerbungen - da klopft es. Siehe da, nnsere Playstation ist gekommen. Wir hatten uns ja eine Glotze von Sony zugelegt, während deren Werbekampagne für die Playstation 3 - KOSTENLOS. Das Angebot haben wir natürlich gerne mitgenommen und heute ist das Wundertier eingetroffen. Es spielt BluRays und alles andere ab und ist auch ansonsten ein echter Ferrari. Jetzt haben wir uns noch online registriert - dafür gibts dann noch gratis “Casino Royal” als BluRay.
Nach den ersten Tests kann ich nur sagen: die Bildqualität ist fantastisch!!! Ihr könnt euch vorstellen, was wir heute Abend machen … (LOST etc.)
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11.6.2007 von sabine.scholl.
11.6.07, Montag. Bloody Monday. Heute kam eine Absage - das war einer der Trainer-Jobs auf die ich spekuliert hatte. Sch… .
Naja, ich habe ja jede Menge Eisen im Feuer. Trotzdem ist es kein gutes Gefühl. Die Recruiterin meinte, ich sei einfach sehr, sehr qualifiziert, da denken die Arbeitgeber “die ist dann schnell wieder weg”. Kann man es eigentlich irgend jemandem recht machen??
Wir haben dann nochmal den Ausflug zu den Robben versucht … auf der Karte sieht es gar nicht so weit aus nach Cape Palliser, aber: wir haben dann abgebrochen, da wir ja unser Kind rechtzeitig aus der Schule abholen mussten. Kaum ist man aus Wellington raus wird es sehr einsam und teilweise recht unwegsam. Man fährt über einsame Bergpässe und folgt sich wild schlängelnden Serpentinen. Wenn man auf der anderen Bergseite herunterkommt, wartet man auf den Bretterzaum, mit dem das Ende der Welt vernagelt ist. Wie ihr sehen könnt, ist die Gegend da ziemlich einsam, es gibt hauptsächlich Kühe und Schafe. In Pirinoa: Um den General Store von 1882 (einige Waren aus dieser Zeit sind auch noch da …) gruppieren sich 3 Häuser und die Schule. Die meisten laufen barfuss hier. Es fehlt die Musik von Sergio Leone, sonst ist die Szene perfekt.
Hier die Bilder:
Die Cowboys reiten Enduros


Der General Store …

… die Waren:


Es lohnt sich schon, Pirinoa, New Zealand in Google Earth mal aufzusuchen ![]()
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10.6.2007 von sabine.scholl.
10.6.07, Wochenende. Heute wollten wir die Robben besuchen. An der südlichsten Spitze unserer Insel gibt es eine Seehund- bzw. Robbenkolonie. Leider hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Heute ist es grau und kalt - ist im Herbst ja auch zu erwarten. Bis jetzt sind wir da richtig verwöhnt worden. So haben wir den Tag zum Waschtag und allgemeinen Putztag umfunktioniert …
Morgen gebe ich in Wellington mein Portfolio ab, dann heisst es mal richtig Daumendrücken für den Job.
… to be continued …
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