mutig …

15.7.08, Dienstag. Heute ist nichts los – das liegt daran, dass Jenny wieder auf Übernachtungstour ist. Ihr gefällts und wir machen einen Filmabend. Morgen Abend werden wir das Ganze natürlich wieder büssen, wenn der Gegenbesuch kommt 😉
Zum Ausgleich haben wir nächsten Montag einen Urlaubstag geplant – da sind die Ferien rum. Derzeit sind so wenig Feiertage, da muss man einfach mal ein langes Wochenende machen. Entweder machen wir mal wieder einen Ausflug (sind wir in letzter Zeit ja nicht oft dazu gekommen), wenn das Wetter schlecht ist gehen wir ins Schwimmbad und wohnen ein bisschen im Jacuzzi.

Aus den Emails, die ich zur Zeit bekomme, lese ich, dass die Sache mit den Steuersenkungen in NZ nicht gut bei euch in D ankommt … vielleicht liegt es auch daran, dass die Krankenkassen in D nun endlich gleichgeschaltet wurden und der Beitragssatz auf den höchsten gemeinsamen Nenner gebracht wurde? Leute, als wir gegangen sind, habt ihr alle gesagt, wir wären mutig. Erinnert ihr euch?
Ich kann heute auch nichts Anderes antworten als damals: Es ist mutig, in Deutschland zu bleiben!

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14 Juillet

14.7.08, Montag. Keine besonderen Vorkommnisse – bis ich mich auf den Heimweg gemacht habe. Da standen doch tatsächlich ein paar Franzosen mit einer Fahne auf dem Lambton Quay (DIE Hauptgeschäftsstrasse in Wellington) und haben die Marsaillaise gesungen. Ich habe ein paar Takte mitgesungen, zum Nationalfeiertag gratuliert und die Leutchen haben sich riesig gefreut. Als sie erfuhren, dass ich Deutsche bin – und trotzdem mit dem Sturm auf die Bastille was anfangen konnte, waren sie ganz gerührt und es ist kurzfristig etwas europäische Verbrüderung ausgebrochen. Die Passanten haben freundlich gelächelt – aber ich glaube nicht, dass die irgendeine Ahnung hatten, was das Ganze sollte 😉 Die Menschen hier sind aber tolerant und können sich auch freuen, wenn andere Spass haben. Einige haben spontan mitgefeiert, das ist hier durchaus üblich – und wen juckt es schon, WAS da gefeiert wird?
Allons Enfants … 🙂

Heute mittag hatte ich auch unsere Wahlunterlagen abgegeben. Wenn man in NZ eine Daueraufenthaltserlaubnis hat, muss man sich für die Wahlen registrieren und darf auch wählen. Wann genau? Keine Ahnung, ich denke, dass wird ziemlich kurzfristig entschieden. Ich schätze: November. So ca. alle 3 Jahre wird hier gewählt und diesmal wird es spannend. Viele sind mit der alteingesessenen Labour-Regierung der guten, alten Helen (Clark) nicht mehr zufrieden. Die Steuersenkungen sind den meisten auch nicht hoch genug ausgefallen – also mal sehen, ob es einen Regierungswechsel gibt. Die Konkurrenz hat auf jeden Fall mal angekündigt, die Steuern viel weiter zu senken. Da hier nicht soviele Leute wohnen, ist der Weg zu den Politikern nicht so weit, wie in Deutschland. Die Freunde müssen schon liefern, was sie versprechen, sonst liegt da schon mal eine tote Ratte im Vorgarten … 🙂

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Nightlife

12.7.08, Samstag. Jenny ist auf einem Geburtstag mit Übernachtung eingeladen! Eine schöne Gelegenheit, mal die Stadt unsicher zu machen. Carola hatte uns vom Essen bei den „Flying Burrito Brothers“ (mexikanisches Restaurant) vorgeschwärmt, also ist Essengehen und Kino angesagt. Susanne, Stephan und ich machen uns auf die Socken und treffen uns mit Carola, Charlie und Colin. Die Kneipe ist scheinbar dermassen „in“, dass man nicht mal (sicher) reservieren kann … Man kann anrufen und seine Wünsche auf einen Anrufbeantworter sprechen – falls man zu den Erwählten gehört, bekommt man einen Rückruf.

Nachdem wir eine Weile angestanden haben, bekommen wir eine Nummer und gehen erstmal Kaffee trinken. Alle sind gut drauf und es macht richtig Spass 🙂 Das Wetter spielt auch mit, es hat aufgehört zu regnen und die Temperaturen sind sehr mild. Als wir wieder im Restaurant einlaufen, haben alle kräftig Hunger und das Essen ist wirklich gut. Eine sehr urige Kneipe – auf mexikanisch getrimmt – gegessen wird im Keller … absolut originell.
Anschliessend gehts ins Kino, „Hancock“ ist angesagt („Dark Knight“ ist leider noch nicht angelaufen). Es ist nicht gerade die Hölle los, wir wundern uns, wie wenig Volk an einem Samstagabend unterwegs ist. Dann stellen wir fest, dass wohl ein „wichtiges“ Rugby-Spiel läuft – klare Sache: da wird vor der Glotze gehangen. Nach dem Film (nicht schlecht – aber auch nicht der Brüller) sieht die Sache anders aus. Die Stadt ist richtig wach geworden und es wuselt an jeder Ecke. Die Leute springen sogar Bungee – es ist richtig was los. Discos, Bars und Cafés sind voll, vor den Nachtklubs bilden sich Schlangen, jede Menge Taxis wursteln sich durch den Verkehr – wir sind richtig überrascht von dem Nachtleben, das da in Wellington herrscht.
Ein sehr gelungener Abend!

13.7.08, Sonntag. Es ist noch wärmer geworden – mitten im Winter ein richtiger Frühlingstag 🙂 Wir sammeln unser (übernächtigtes) Kind wieder ein und machen uns einen schönen Sonntag, morgen geht die Maloche wieder los 🙁

Sabine

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Erfolg!

11.7.08, Freitag. Heute also wieder das Selbstverbesserung- und Selbstfindungsprogramm für meinen Kollegen und mich – die übliche Maloche für Stephan. Zur Zeit hat er echten Stress, aber wenigstens ist Freitag …

Das Wetter macht heute gar nicht mit, der Ausflug in die Pampa ist kein Vergnügen, aber wenigstens müssen Colin und ich nicht arbeiten 🙂 Wir befinden uns nun fast genau mitten im Winter und setzen einfach mal darauf, das ab jetzt nicht nur die Tage wieder länger werden sondern auch die Witterungsbedingungen wenigstens ein kleines bisschen besser werden.

Und jetzt noch: Herzlichen Glückwunsch für Julika – sie hat das Einstiegssemester für medizinische Berufe an der Uni in Auckland nicht nur glänzend überstanden sondern auch noch die Zulassung zum Physiotherapie-Studium erreicht! Das ist eine Riesenleistung und wir können nur sagen: Chapeau & Weiter So!!!!

Happy Weekend 🙂

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jau!

10.7.08, Donnerstag. Die Woche wäre rum … morgen bin ich mit meinem Kollegen Colin wieder auf Lehrgang. Irgendwie muss ich mir immer das Lachen verkneifen, wenn ich drandenke, dass mein Arbeitgeber Geld dafür ausgibt, dass ich mir tagelang in Ruhe Gedanken mache, ob mein Leben auch im Einklang mit meinen Wünschen ist. Wenn man im deutschen Arbeitsklima steckt, klingt das wahrscheinlich ziemlich absurd. In zwei Wochen und in 6 Wochen bin ich jeweils wieder 3 Tage auf solchen Lehrgängen. Wahrscheinlich glaubt mir das Keiner!?

Colin geht es ähnlich – obwohl er aus Schottland kommt, wo es auch um einiges gemütlicher zugeht als in D. Er war dort bei der Regionalverwaltung der Stadt Stirling (in der Nähe von Glasgow) beschäftigt – entspricht ungefähr einem deutschen Landratsamt – und hatte dort eine 35-Stunden-Woche. Er ist also eine freizeitlastige Arbeitsumgebung gewohnt. Aber diese sozialpädagogischen Extras hier in NZ sind schon der Ober-Brüller 😉
Colin’s Akzent ist ziemlich breit, ein relativ harter Highland-Dialekt (nicht die weiche, melodische Variante der Küstenbewohner) und ich finde ihn richtig klasse. Die Kiwis verstehen seine Sprache nicht – und wundern sich immer, dass ich ihn gut verstehe und manchmal übersetze. Das sorgt immer für grosse Heiterkeit und es wurde schon darüber nachgedacht, ihm einen Englischkurs zu auf DVD zu schenken 🙂 Colin trägt es mit Fassung und droht damit, demnächst Gälisch zu sprechen … da kann ich dann auch nicht mehr helfen 🙂

Bei Stephan haben sie jetzt aus Verzweiflung KAIZEN eingeführt – der allgemeine Unlust-Faktor scheint Rekordhöhen (vergleichbar dem Ölpreis) erreicht zu haben. Kaizen ist eine japanische Leben- und Arbeitsphilosophie (Wikipedia), das Streben zur ständigen Verbesserung von: Arbeitsqualität, Mitarbeiterzufriedenheit, Leberwurst, Aktienkursen, Kreativität, Identifikation mit dem Unternehmen, Zeitmanagement und wahrscheinlich dient es auch dem Weltfrieden (…). Solche Besserungs-Moden tauchen seit einigen Jahren mit schöner Regelmässigkeit (auch in Europa) auf, es wird immer mal wieder eine andere Sau durchs Dorf getrieben: Lean Management, Just-in-Sequence, Kanban, Nouvelle Cuisine, Six Sigma usw. usw.. Eigentlich geht es bei den meisten Methoden um (Qualitäts-)Verbesserung von Produktion und Fertigung (viele Impulse in die Richtung kommen von Toyota) – aber wenn man richtig Kohle investiert, kann man es ja auch mal einer IT-Firma überstülpen. Warum nicht?
Der einzige Impuls der dabei rauskommt, ist derjenige, der das Fass zum Überlaufen bringt – und die Leute kündigen reihenweise. Wenn Stephan’s Chef und seine Kollegen nicht so eine gute Truppe wären, hätte Stephan den Mist auch schon hingeschmissen.

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Tag für Tag …

8.7.08, Dienstag. Jeder Tag bringt Überraschungen … das schönste Wetter heute. Ich treffe mich in der Mittagspause mit einer ehemaligen Kollegin, damit wir uns mal wieder gegenseitig auf den neuesten Stand bringen. Das war echt witzig – und hat mir auch gutgetan 🙂 Man vermisst mich offensichtlich. Sie hat sich auch woanders beworben, es sieht auch gut aus – aber jetzt am Finanzjahresende ist das nicht ganz so einfach – die neuen Budgetplanungen müssen erst abgewartet werden.
Zwei weitere Ex-Kollegen haben (unabhängig voneinander!) inzwischen auch bei mir angefragt, ob man sich nicht mal treffen könnte … und Peter bewirbt sich ja auch fleissig weg. Irgendwas scheint er aber verkehrt zu machen, wir wundern uns die ganze Zeit, warum es bei ihm nicht klappt. Naja – er ist derzeit frustriert und macht daher wohl eher halbherzige Anstrengungen.

9.7.08, Mittwoch. Es ist kalt, aber das Wetter ist auch heute wieder frühlingshaft. In der Mittagspause sitzen Stephan und ich im Park in der Sonne und schlürfen unseren Kaffee. So hatten wir uns den Lifestyle vorgestellt 🙂 Im Ministerium ist es für meinen Geschmack etwas zu gemütlich … aber wenn ich Lust habe, kann ich ja ein bisschen Wind machen. Meinem Kollegen Colin aus Schottland ist sterbenslangweilig (seit 7 Wochen im Amt), er hat schon angefangen sich wegzubewerben. Frieren tut er auch, da hat er sich überlegt, ob er nach Australien geht. Klappt aber nicht, da er 55 Jahre alt ist, geht da nix mehr. So wird er es wohl absitzen müssen – nach 5 Jahren PR in Neuseeland kann man ohne Visa-Gedöns nach Oz (= Aussi = Australien). Zentralheizung ist hier halt unbekannt, wenn die Kiwis es warm haben wollen, drehen sie halt eine Runde mit dem Auto 😉

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ein Montag …

7.7.08, Montag. Es war schön, mal wieder mit Julika zu erzählen. Sie haben sich in Auckland gut eingelebt und Boris hat mit seinem Job wohl das grosse Los gezogen. Die Studiererei gefällt Julika gut, wir sind stolz auf sie, denn sie hat richtig gute Noten erzielt. Die Beiden wohnen auch schön, haben ein nettes Appartment in einem Zweifamilienhaus gemietet und die Katze ist auch zufrieden 😉 Mit der Fahrerei haben sie es gut erwischt – keiner von ihnen muss in die Innenstadt – das ist ein echter Glücksfall. Wie schon mehrfach erwähnt, ist der Verkehr in AKL eine Katastrophe, da es bis auf ein paar vereinzelte Busse keinen öffentlichen Personennahverkehr gibt. ABER: es ist halt nicht Wellington! Julika meinte, als sie hier gelandet war, hat sie sich schon auf dem Flughafen wieder wie zu Hause gefühlt. Die tollen Buchten, Hügellandschaften und Ausblicke sind einfach nicht zu schlagen … ausserdem ist Wellington keine Millionenstadt, ist überschaubar, bunt und abwechslungsreich. Für die gehobenen Kulturfreaks gibt es sogar eine Oper …

Ansonsten war der Tag heute unspektakulär, der übliche Trott im Ministerium. Manchmal ist es gar nicht schlecht, wenn es ein bisschen langweilig ist. Heute Nachmittag konnten wir aus unseren Fenstern im 14. Stock sogar 3,5 Schneeflocken bestaunen! Bis die am 9. Stockwerk vorbeikamen, waren es schon wieder popelige Regentropfen – aber immerhin.
Stephan hatte einen sehr schadenfrohen Tag: ein grosser Kunde, an dem er und seine ganze Abteilung schon seit einem halben Jahr labern, dass die Sicherungskapazitäten nicht ausreichend sind, hat letzte Woche eine Erleuchtung gehabt. Ausgelöst durch einen ordenlichen Stromausfall hat sich grossflächig Hardware verabschiedet und man hat sich anschliessend gewundert, dass das Backup unbrauchbar war – na sowas?!

Backup ist eben was für Feiglinge …

Jenny’s Ferien haben nicht so toll begonnen, da es kalt, windig und regnerisch ist, gibt es leider nicht soviel Aufregendes zu tun. Heute hatte sie eine Freundin da – aber draussen herumtollen ist halt nicht.

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erholt

6.7.08, Sonntag. So ein langes Wochenende ist erholsam und war echt nötig. Heute war wieder tolles Wetter – solange man von drinnen nach draussen geschaut hat … Herrlicher Sonnenschein, aber saukalter Wind. Wir haben auch unseren Pool wieder abgedeckt, der nächste Sturm kann kommen 😉
Heute kommt Julika zu Besuch, sie war ja zum Studieren mit ihrem Mann nach Auckland gezogen. Sie ist in Wellington, um ihren „Nordic Walking Instructor“ (Skistock-Wander-Trainer) zu machen. Ist diese „Sportart“ eigentlich schon olympisch? Ich kann da so gar nix mit anfangen.

Wir sind gespannt, was sie so berichtet.
Heute war ich wieder im Gym – Leute, ich mache Fortschritte! Am Monatsanfang machen sie dort immer einen Fitnesstest, da kann man dann – soweit vorhanden – seinen Fortschritt bestaunen. Ich bin sehr zufrieden: Beweglichkeit, Lungenvolumen und Muskelmasse haben sich kontinuierlich und ordentlich verbessert. Das Einzige, was mich in dem Laden stört, ist das Musikprogramm. Damit es einem nicht langweilig wird, dudeln dort aus strategisch aufgestellten Glotzen Musikvideos vor sich hin.
Entweder irgendwelche hibbeligen Rapper, die sich ganz doll finden – oder schlecht angezogene, melancholische Jüngelchen vor einer Übelkeit verursachenden lila Muster-Tapete, die dreinblicken, als ob sie schlechtes Gras geraucht hätten. Dass man is so einer Situation von Selbstmord singt ist schon klar. Aber warum nur davon singen? Als Alternative wird dann noch ein bisschen Fahrstuhlmusik von irgendwelchen Plastik-Boy Groups eingespielt, denen möchte man am liebsten eine Barbiepuppe in die Hand drücken, damit endlich Ruhe ist. (Nein, Leute. Mit der aufblasbaren Variante wären die Typen überfordert.) Vielleicht bin ich auch nur zu alt für den Sch***. Wo sind Hard Rock, Metal und Rave abgeblieben? Ja, ich weiss, der gute alte Axel Rose dümpelt auch nur noch unter dem Sauerstoffzelt vor sich hin und die Scorpions sind auf dem Weg in die Rente. Irgendwann mach ich noch eine Musikkneipe am Strand auf – und wer dann Spice Girls hören will, kriegt sizilianische Schuhe. So machen wir das.

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Winter weekend

4.7.08, Freitag. Der Tag zum Ausspannen – haben wir uns verdient. Das Wetter ist grottig, ein hervorragender Tag zum Daheimbleiben. Susanne und Jenny haben letzten Schultag und sind nachmittags beide froh, dass sie jetzt Ferien haben 🙂 Der Wetterbericht ist allerdings unterirdisch. Inge macht sich heute auf nach Berlin – sie wird dort die örtlichen Flohmärkte mit Gleichgesinnten heimsuchen … Bin sehr gespannt mit wievielen Schätzen des Orients beladen sie wieder nach Dresden kommt. 😉
Für unseren amerikanischen Kumpel Charlie: Happy Unabhängigkeitstag !

5.7.08, Samstag. Kalt, Regen, antarktischer Wind – genau wie der Bericht es vorhergesagt hatte. Gegen Mittag ist der Spuk vorbei, blauer Himmel, Sonnenschein, ein laues Lüftchen und 16°C auf der Terrasse. Als ob nix gewesen wäre. Unseren Pool hat es allerdings gefleddert –

Winter
 
und Stephan überlegt, ob er in der entstandenen Sumpflandschaft, die mal unser Rasen war, Reis anpflanzen soll …
Während der Woche haben die Jungs, die im Tal hinter unserem Zaun Erdarbeiten machen, unseren Hügel etwas abgtragen. Er ist jetzt auf Zauhöhe und lässt den Blick auf die gegenüberliegenden Hänge freier. Harald, einer unserer deutschen Kumpels, macht geologische Gutachten und erklärt uns, dass in dem Bereich 80 oder 90 Häuser entstehen sollen. Er hat das Gelände schon begutachtet und meint, dass die Kiwis kein Problem haben, auf solchen Steilhängen zu bauen. Na, dann …

Winter
 

Kreischer ist von den Pfützen und dem Matsch ganz begeistert und springt fröhlich im Garten rum. Wahrscheinlich hat ihr noch keiner gesagt, dass Katzen wasserscheu sind. 😉

Winter
 
Perfekte Anpassung an die Umgebung, oder?

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da bin ich wieder ;-)

1.7.08, Dienstag. Auf in die Kälte … das Wetter ist toll, viel Sonnenschein – aber es ist wirklich sehr kalt. Den ganzen Tag gibt es Vorträge, blah blah. Man lässt es halt über sich ergehen, weil man ja schliesslich ein ordentlicher „Corporate Citizen“ (kann man schlecht übersetzen, vielleicht: angepasster, ordentlicher Mitarbeiter) sein will. Abends geht es dann zum Bowling, obwohl jeder eigentlich nur noch was essen und nach dem langen Tag ausspannen will. Ausserdem kann keiner von uns bowlen … Wir haben Glück und die Bowlingbahnen haben ein Elektronikproblem … alle freuen sich hinter vorgehaltener Hand. Immer schön vorsichtig, denn der Boss ist ja dabei. Das Restaurant ist der Bringer, Lone Star heisst die Kaschemme und ist wirklich urig. Hat auch eine Webseite – Lone Star. Das Essen war gigantisch, sowohl die Portionen als auch die Qualität. Logisch, hab ich das Jonny-Cash-Menue gegessen 😉
Als wir dann endlich im Hotel waren, ging das Gemaule los, denn wir waren paarweise untergebracht … ich hatte Glück, ungerade Anzahl Mädels – ich hatte das Einzelzimmer 🙂 Ich hab dann aber auch gemault, weil der Pool schon dicht war!! Hatte extra den Bikini mitgeschleppt und nix ging. Ich war dann halt in meiner Badewanne Kapitän und hab mich zügig ins Bett getrollt, es war schliesslich ein XXL-Tag und ich war ziemlich platt.

2.7.08, Mittwoch. Weiter gings, nochmehr Vorträge. Dann gab es einen Ausflug zum Hafen, der liegt etwas ausserhalb und der Vorort heisst Lyttelton (die Leute sind stolz drauf, dass dort jedes Jahr 100 Millionen Bananen ankommen, die dann auf der Südinsel gefuttert werden). Auf der Rückfahrt sind wir über die Hügel gefahren, durch den Vorort Sumner. Herrlich! Sehr schön, richtig idyllisch, Sand und Strand, wie man sich das vorstellt. Dort haben wir gegessen, dann besichtigten wir noch die Quarantänestation am Flughafen und sind nach 1,5 Stunden Rumlungern zurück nach Wellington geflogen. Hauptsache: spät. Wenn wir zu einer zivilisierten Zeit zurückgekommen wären, hätte ich ja mit Stephan heimfahren können, aber nein, das wäre ja zu einfach. Dann bin ich halt (wie alle) teuer mit dem Taxi heimgefahren. Bilder kann ich vielleicht nächste Woche nachliefern, ich hatte die Kamera nicht dabei, aber eine Kollegin hat Bilder gemacht. Um 7.30 Uhr war ich dann endlich zuhause – und war heute morgen immer noch müde.
Damit wir uns richtig verstehen: die Kollegen sind wirklich sehr nett, echt brauchbar und wir haben uns supergut verstanden. Die Organisation war einfach so schlecht und das Programm so dröge, dass einfach keinerlei Stimmung aufkam. Das hat das Ganze zur absoluten Plage gemacht – schade eigentlich!

Happy Birthday, Wolfi!

3.7.08, Donnerstag. Der Tag fing schon müde an – meine lieben Kollegen haben ausgepennt und die eine Hälfte ist dann „irgendwann mal“ im Büro aufgetaucht. Die andere Hälfte? Hat sich krank gemeldet und nutzt wahrscheinlich die Zeit, einen anderen Job zu suchen. Läuft hier halt so.
Morgen können dann alle sowieso daheimbleiben, denn die Trucker halten eine Demo ab und werden die beiden Zufahrtsstrassen nach Wellington blockieren. Wir haben Urlaub genommen, weil das vermutlich ein ziemliches Chaos wird. Die Trucker sind unzufrieden, weil sie durch die (auch hier) steigenden Spritpreise weniger Verdienst haben – und jetzt hat die Regierung auch noch die Strassennutzungs-Gebühren (Plakette) für Dieselfahrzeuge erhöht. Das trifft hauptsächlich die LKWs, Diesel-PKWs sind hier nicht so häufig anzutreffen, wie in Deutschland. Den Unmut kann man also nachvollziehen. In Auckland und anderen Städten wird auch blockiert, die Wettervorhersage ist auch unterirdisch – rundum also ein guter Tag zum Daheimbleiben 🙂

Gehabt euch wohl, meine Lieben – schönes Wochenende.

@Inge: viel Spass in Berlin (auf Badisch mit kurpfälzischer Couleur: losses veggele pfeifä !!! Fremdsprachen muss man können.) 🙂

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