Rückblick

14.3.26, Samstag. Euch allen vielen Dank für eure Sorge und lieben Gedanken. Es geht mir einigermassen, manche Tage sind schwerer als andere. Viel verarbeiten konnte ich noch nicht, ich musste ja jetzt erstmal funktionieren, damit alles ordnungsgemäss und in Inges Sinn erledigt wird. Das wird mich auch noch eine ganze Weile beschäftigen. Wie wir alle wissen, ist das deutsche bürokratische Prozedere gnadenlos und schier unendlich.
Ein Blick zurück hilft vielleicht, alles etwas einzuordnen und zu trauern.
Als ich die Nachricht bekam, dass Inge ins Krankenhaus eingeliefert wurde, war zunächst nicht abzusehen, dass es schlecht ausgeht – und vor allem nicht, wie schnell es dann ging. Ich konnte auch nochmal mit ihr am Telefon reden und es sah aus, als ob es ihr besser ginge. Dann kam die Nachricht, dass sie eingeschlafen ist – Gottseidank im Kreis ihrer lieben Freunde. Es war schon ein starker Schock. Ich hatte mich nach Flügen erkundigt und sofort den nächstmöglichen gebucht, aber es hätte und hat nicht gereicht, um noch rechtzeitig in Dresden anzukommen. Am dem Wochenende vor dem Flug hatten wir einen Besuch bei Simone geplant gehabt, wir haben hin und herüberlegt, ob wir fahren sollen, aber es war gut, dass wir die zwei Tage rausgekommen sind. Es hat am Zeitplan nichts geändert und verhindert, dass ich zuhause sitze und im Kummer versinke. Es tat gut mit Simone zu reden, denn sie hat Inge ja auch gekannt und sie hat es verstanden, wenn ich zwischendurch immer mal wieder bemerkt hab, dass Inge das jetzt auch gefallen hätte oder wenn mir die Tränen kamen. Beispielsweise am Wasser sitzen und einen Kaffee trinken. Das kann man in Picton sehr gut!

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Simone wollte ein Paar selbstegestrickte Socken zum Geburtstag – sie haben gepasst! So langsam kann ich die ganz gut.
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Wir sind Richtung Havelock gefahren, da sind wir vor Jahren auch mit Inge langgefahren, eine sehr schöne Strecke mit einsamen Buchten, die zum Verweilen enladen.
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Das Wetter war gemischt, aber sehr angenehm.
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Simone hatte vorgeschlagen in Blenheim in das Flugmuseum zu gehen, das war ein echtes Highlight. Es gibt zwei Ausstellungen dort, Erster Weltkrieg und Zweiter Weltkrieg. Sehr empfehlenswert, die Exponate sind in sehr lebensechten Situationen aufgebaut, absolut dramatisch. Wir vermuten, dass Peter Jackson seine Hand bei der Inszenierung im Spiel hatte. Hier eine Etrich Taube von 1910, die bis 1915 zum Einsatz kam.
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Eine De Havilland DH2 – sie sieht noch richtig selbstgebastelt aus. Sie war tapfer von 1915 – 1917 im Einsatz als Aufklärer, manche nennen sie auch den ersten Fighter.
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Ein ganzer (Altar-)Raum ist dem Red Baron und seiner roten Fokker 3-Decker gewidmet – Manfred von Richthofen, er wird im ganzen anglo-amerikanischen Raum immer noch sehr verehrt.
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Seinem letzen Flug und Tod ist eine lebensgrosse Szene gewidmet:
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Den Fliegern des Zweiten Weltkriegs ist auch eine grosartige Ausstellung gewidmet, hier eine Supermarine Spitfire eine der bekanntesten Maschinen in diesem Krieg, gebaut ab 1936 und erfolgreich im Einsatz bis in die 50ger Jahre.
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Es gab auch eine russische Yak-3
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Dann hiess es Abschied nehmen von Simone und von zwei geruhsamen Tagen vor dem schweren Gang, der vor mir lag.
Was mir am meisten (immer noch) ausmacht ist, dass ich Inge keine Gedanken, Bilder und Eindrücke schicken kann.
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Wir haben uns täglich ausgetauscht und am jeweiligen Leben des anderen teilhaben lassen – aber da ist jetzt nur noch ein grosses schwarzes Loch. Der Mensch, der mich mein ganzes Leben lang gekannt und geliebt hat, ist einfach nicht mehr da. Wie kann ich damit umgehen? Nach den ganzen Tragödien der letzten beiden Jahre habe ich manchmal das Gefühl, das Gewicht all der Schicksalsschläge nicht mehr tragen zu können.

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Wieder da.

11.3.26, Mittwoch. Ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll. Die letzten Wochen waren schwer und extrem anstrengend, ich habe keine anderen Worte dafür. Bilder habe ich gemacht – um zurückblicken zu können und mich zu erinnern – und um euch einen kleinen Eindruck zu geben. Ich habe Gutes und Schlechtes erlebt, aber jetzt bin ich einfach nur froh, wieder zuhause zu sein.
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Nach und nach werde ich euch die Geschichte erzählen, erst muss ich allerdings wieder in die richtige Zeitspur kommen.

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Eine schwere Reise

18.2.26, Mittwoch. Ich mache mich morgen auf den langen Weg nach Dresden, um mich um Inge’s letzte Reise zu kümmern, da werdet ihr eine Weile nichts von mir hören. Mir ist das Herz so schwer. Inge hat Neuseeland und unsere Strände so geliebt (sie wird auch eine Seebestattung bekommen) – da hab ich vorhin nochmal ein Bild für sie gemacht. Ich glaube, das hätte ihr sehr gefallen.
:-)
Über das vergangene Wochenende hatten wir Simone zum Geburtstag auf der Südinsel besucht. Sie kannte Inge ja auch, da haben wir drüber reden können und einfach ein friedvolles Wochenende verbracht. Der Freundes- und der Familienkreis wird dünner, da muss man die Zeit gut nutzen, sonst ist sie für immer vorbei. Im Hintergrund ist natürlich die Maschinerie angelaufen, die in Sterbefällen unvermeidlich ist und wenn ich in Dresden ankommen geht es weiter.
Bis bald …

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Inge

13.2.26, Freitag. Freitag der 13. – wie passend. Am 11.2., vorgesten Abend, ist meine Schwester für immer eingeschlafen. Sie war umgeben von Menschen, die sie lieb hatten und ist friedvoll gegangen. Ich konnte leider nur im Geiste bei ihr sein. Am Tag vorher hatte ich noch mit ihr reden können, da war noch etwas Hoffnung da, aber es war wohl das letzte Gefecht vor dem Rückzug.
Ich kann es noch gar nicht fassen oder realisieren, wir haben jeden Tag gesprochen oder Mitteilungen ausgetauscht – da ist jetzt eine so grosse Leere, ich kann das gar nicht beschreiben.
Sie hat unseren Marley sehr geliebt, er war ihr „Plüschtier“, und wenn Inge bei uns war hat er immer bei ihr geschlafen.

:-)
Ich werde etwas Zeit brauchen bis ich mich wieder melde.
Schlaf gut, meine Schwester.

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Gefunden: Sommer!

11.2.26, Mittwoch. Die Klimahüpfer haben zuviel gehüpft, der Sommer will diesmal nicht so richtig. Umso mehr freuen wir uns über die warmen Tage zwischendurch, wenn man nachmittags baden gehen und abends lange draussen sitzen kann.
Entsprechend kommt auch immer wieder Besuch vorbei, hier unser Kumpel David, der auf dem Weg nach Auckland Zwischenstation gemacht hat.

:-)
Vorgestern kam noch unsere Freundin Kelly vorbei, Sommer ist einfach eine schöne Zeit 😍

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Waitangi Weekend 2026

8.2.26, Sonntag. Am Freitag (Waitangi Day) haben wir Hristo’s Geburtstag gefeiert – das war ein wunderschöner Abend, viel Spass mit lieben Menschen –
:-)
– und gutes Essen:
:-)
Eine unfehlbare Kombination!
Gestern waren wir im Kino und haben den neuen Film von Jason Statham – SHELTER – gesehen. Sehr feiner Actionfilm, können wir wärmstens empfehlen!
Warnung: Wer woken Einheitsbrei mit der blauharigen, genderneutralen Superheldin erwartet, die das arme, einbeinige Migrantenkind vor den rotharigen Belästiger*innen rettet, wird ziemlich enttäuscht sein 😉

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Besuch im Office

4.2.26, Mittwoch. Endlich hab ich mal wieder die Kurve ins Office (in Palmerston North) gekriegt, das ist ja heute nicht mehr so selbstverständlich. Das Wetter war irgendwie unentschieden – dieser Sommer ist die gleiche Mogelpackung wie das gute, alte Global Warming … also eher ein Rohrkrepierer. Ich hab mir meinen Kaffee aber nicht vermiesen lassen! Als ich den geholt hab schien auch gleich die Sonne:

:-)
Ein paar Minuten später, kurz vor dem ersten Meeting sah das schon wieder anders aus:
:-)
Entsprechend ist man derzeit immer für drei Wetterlagen gerüstet, wenn man aus dem Haus geht: Regen, kalt & warm.

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Happy Birthday, Hristo!

1.2.26, Sonntag. Nächste Woche feiern wir ein bisschen – hoffentlich macht das Wetter mit. Es ist zwar nicht kalt, aber die Sonne ist diesen Sommer eher zickig.
Bei Feiern fällt mir unsere Weihnachtsdeko ein (wo ist eigentlich der Januar hinverschwunden???)
:-)
Wir haben beschlossen, sie dranzulassen. Schwierig zu fotogarfieren, aber nachts sieht es einfach magisch aus 🤩

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Wachstum …

28.1.26, Mittwoch. Wachstum (wirtschaftlich) gibts hier derzeit nicht viel, die Folgen der Corona Misswirtschaft sind immer noch zu spüren. Wenigstens die Katzen wachsen ganz prächtig, Leila war sehr klein, denn sie ist ja 5 Wochen jünger als Lucky. Sie hat aber aufgeholt
:-)
und amüsiert sich prächtig wie man sieht!
:-)
Lucky sieht man es nicht an, aber er hat mittlerweile über 4 Kilo (!). Wenn er so weitermacht, macht er bald Marley Konkurrenz 🐈
Ab heute ist der Sommer zurück – endlich!

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Geburtstage und so …

25.1.26, Sonntag. Die ganzen Geburtstage in der letzten Zeit haben mir wieder vor Augen geführt, dass das Leben kurz ist. Was erschreckend ist, ist die Tatsache, dass einige der Menschen, die Geburtstage hatten auch schon Todestage haben. Und es wurde mir bewusst, dass die Zahl derer, die sich erinnern immer kleiner wird. Neben Erika und Angela vermisse ich besonders schmerzlich den besten Freund und Seelenzwilling meiner Jugend, Rainer (Zappa) Buchmüller. Wir hatten noch soviel vor … unter anderem das Fred-und-Luna (Krautrock) Konzert in Wellington, ich hatte ihm beim letzten Gedankenaustausch hoch und heilig versprechen müssen, dass ich mich (nach über 35 Jahren …) wieder mit ihm auf die Bühne stelle – dafür wollte er sogar einen Kurs machen, um seine Flugangst zu überwinden. Das wäre bestimmt gut geworden, zusammen waren wir schon immer unschlagbar. Das müsssen wir also ins Jenseits verschieben.
Au Revoir, mon cher Ariston Baton (virtuoser Erfinder der Nadaphysique und des gepflegten Sprachwitzes – klick) – oder soll ich sagen Mr. Fred? – klick. Die Erinnerung an 2018 – klick
See you on the other side.
:-)

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