Die traurige Weltreise, Part I

18.3.26, Mittwoch, St. Patrick’s Day. Am 19.2. habe ich mich dann auf den Weg nach Dresden machen können. Es war sehr ungewohnt, alleine aufzubrechen. Stephan wollte mich nicht alleine fahren lassen, aber so schnell war kein Haussitter aufzutreiben, ausserdem ist ein so kurzfristig gebuchter Langstreckenflug extrem teuer…
:-)
Von Auckland gings nach Dubai,
:-)
dann weiter nach Prag – beides Städte, die auf Inge’s Favoritenliste ganz weit oben standen. In Prag gabs etwas Getrödel bei der Passkontrolle, das hat dann dazu geführt, dass ich meinen ersten Flixbus nach Dresden verpasst hab und auf den nächsten warten musste. Egal – Hauptsache, irgendwie und irgendwann in Dresden angekommen, Geli hat mich dort am Bahnhof abgeholt. Es tat sehr gut die lieben Gesichter zu sehen und den Schmerz zu teilen. Ich hab dann bei Susanne gewohnt, dort hatte ich guten Zugang zu der Öffis und ich konnte zwischendurch auch mal die 100 m zum Elbufer runtergehen und etwas verschnaufen.
:-)
Die Seebestattung hatte Inge schon vor langer Zeit festgelegt und geregelt, trotzdem ist ein nicht unbeträchtlicher Papierkrieg damit verbunden, der dann anschliessend zu Sterbeurkunde und damit dann weiteren amtlichen Gefechten führt.
Einer der ersten Wege ging zur Bank, um die Ein-und Ausgänge zu sehen, damit nicht wichtige Angelegenheiten in die Hose gehen und alles ordnungsgemäss abgewickelt werden kann. Trotz Vollmacht haben sie erstmal geblockt, das war fast zu erwarten, obwohl es sich um eine rechtliche Grauzone handelt und man mir einen besseren Service hätte bieten können. Die Bank ist am Altmarkt, wo noch der Weihnachtsmarkt in seiner Inkarnation als Winterfest unterwegs war.
:-)
Bei der Gelegenheit habe ich mir eine Thüringer als Curry gegönnt, das hat mich wieder etwas aufgewärmt.
:-)
Ich kam ja aus dem Sommer, die Klimaumstellung (zusätzlich zur Zeitreise) macht einen ganz schön fertig! Ich habe dann auch einen Termin bei einer Fachanwältin gemacht, um in Erfahrung zu bringen, wie der Amtsschimmel in Sachsen in Nachlasssachen funktioniert.
Dann kam der ganz schmerzhafte Job, Inges Adressbuch durchzugehen um allen Freunden, die nicht zur dresdner Runde gehören, von ihrem Tod zu berichten. Das war heftig. Wenn ich nur an das Gespräch mit ihrer Freundin in Teheran denke, kommen mir immer wieder die Tränen.
Am Sonntag hatte ich dann eine kleine Verschnaufpause und bin mit Susanne und der Sippe in die Banksy Ausstellung gegangen. Hier sind mal ein paar Schnappschüsse:
:-)
Es gab auch grosse Raum-Installationen,
:-)
Videospielereien und interaktibe Kunst
:-)
Es hat mir sehr gut gefallen!
:-)

Nach dem Anwaltstermin war die Suche nach einem Notar angesagt, ich hab ein paar angerufen, die mich mit Terminen in 4 Wochen abgewimmelt haben. Es blieb nix übrig, ich hab mir Adressen rausgesucht und bin hingegangen. Bei Nr. 3 hatte ich Glück, die Vorzimmerlady dort war kein Drachen sondern eine supernette, liebenswerte Dame, die Verständnis für meine Lage hatte. Und so konnte ich mit dem Amtsschimmel loslegen.
Da es keine Beerdigung geben würde, habe ich eine Inge-Feier in einem schönen Restaurant an der Elbe organisiert (Trauerfeier ist ein Unwort, das hätte Inge auf keinen Fall gewollt). Zwischendurch bin ich viele dicke Ordner durchgegangen, bin immer wieder in der Wohnung gewesen und habe mich mit dem Amstsschimmel rumgeschlagen. Allein aus der Geschichte bis ich endlich eine Sterbeurkunde hatte, ist eine abendfüllende Saga. Ich hatte ganz viel Hilfe und liebevolle Unterstützung von den dresdner Freunden und von wildfremden Menschen, die einfach geholfen haben – das war unglaublich.
Jedesmal wenn eine unüberwindliche Hürde auftrat (Beim Amtsgericht: Termin erst in 4 Wochen, und ohne Termin kommst du hier nicht rein … eine Festung, siehe Bild),
:-)
habe ich beim Kampf dagegen jemanden gefunden, der mir weitergeholfen hat. Die Balance des Universums! Als dann auch noch die Öffis getreikt haben und ich kurz vor dem Aufgeben war, habe ich den Taxifahrer gefunden, dem es wichtiger war, dass ich meine Angelegenheiten kreuz und quer in der Stadt erledigt bekomme, als dass er das Geschäft seine Lebens macht. (Ja, er hat den Taxameter beim Warten ausgemacht. Wenn mir das einer erzählt hätte, hätte ich das nicht geglaubt. Solche Leute schicken die Götter).
Die Zeitumstellung (= kaum Schlaf), das kalte Klima, die Trauer und die Liste mit den ganzen Sachen, die erledigt werden mussten, waren fast zuviel. Ich muss zugeben, dass ich das komplett unterschätzt habe. Wie es dann doch weiterging … und dass es immer noch Musketiere gibt, erfahrt ihr in Part II.

Veröffentlicht unter Allgemein | Schreibe einen Kommentar

Rückblick

14.3.26, Samstag. Euch allen vielen Dank für eure Sorge und lieben Gedanken. Es geht mir einigermassen, manche Tage sind schwerer als andere. Viel verarbeiten konnte ich noch nicht, ich musste ja jetzt erstmal funktionieren, damit alles ordnungsgemäss und in Inges Sinn erledigt wird. Das wird mich auch noch eine ganze Weile beschäftigen. Wie wir alle wissen, ist das deutsche bürokratische Prozedere gnadenlos und schier unendlich.
Ein Blick zurück hilft vielleicht, alles etwas einzuordnen und zu trauern.
Als ich die Nachricht bekam, dass Inge ins Krankenhaus eingeliefert wurde, war zunächst nicht abzusehen, dass es schlecht ausgeht – und vor allem nicht, wie schnell es dann ging. Ich konnte auch nochmal mit ihr am Telefon reden und es sah aus, als ob es ihr besser ginge. Dann kam die Nachricht, dass sie eingeschlafen ist – Gottseidank im Kreis ihrer lieben Freunde. Es war schon ein starker Schock. Ich hatte mich nach Flügen erkundigt und sofort den nächstmöglichen gebucht, aber es hätte und hat nicht gereicht, um noch rechtzeitig in Dresden anzukommen. Am dem Wochenende vor dem Flug hatten wir einen Besuch bei Simone geplant gehabt, wir haben hin und herüberlegt, ob wir fahren sollen, aber es war gut, dass wir die zwei Tage rausgekommen sind. Es hat am Zeitplan nichts geändert und verhindert, dass ich zuhause sitze und im Kummer versinke. Es tat gut mit Simone zu reden, denn sie hat Inge ja auch gekannt und sie hat es verstanden, wenn ich zwischendurch immer mal wieder bemerkt hab, dass Inge das jetzt auch gefallen hätte oder wenn mir die Tränen kamen. Beispielsweise am Wasser sitzen und einen Kaffee trinken. Das kann man in Picton sehr gut!

:-)
Simone wollte ein Paar selbstegestrickte Socken zum Geburtstag – sie haben gepasst! So langsam kann ich die ganz gut.
:-)
Wir sind Richtung Havelock gefahren, da sind wir vor Jahren auch mit Inge langgefahren, eine sehr schöne Strecke mit einsamen Buchten, die zum Verweilen enladen.
:-)
Das Wetter war gemischt, aber sehr angenehm.
:-)
Simone hatte vorgeschlagen in Blenheim in das Flugmuseum zu gehen, das war ein echtes Highlight. Es gibt zwei Ausstellungen dort, Erster Weltkrieg und Zweiter Weltkrieg. Sehr empfehlenswert, die Exponate sind in sehr lebensechten Situationen aufgebaut, absolut dramatisch. Wir vermuten, dass Peter Jackson seine Hand bei der Inszenierung im Spiel hatte. Hier eine Etrich Taube von 1910, die bis 1915 zum Einsatz kam.
:-)
Eine De Havilland DH2 – sie sieht noch richtig selbstgebastelt aus. Sie war tapfer von 1915 – 1917 im Einsatz als Aufklärer, manche nennen sie auch den ersten Fighter.
:-)
Ein ganzer (Altar-)Raum ist dem Red Baron und seiner roten Fokker 3-Decker gewidmet – Manfred von Richthofen, er wird im ganzen anglo-amerikanischen Raum immer noch sehr verehrt.
:-)
Seinem letzen Flug und Tod ist eine lebensgrosse Szene gewidmet:
:-)
Den Fliegern des Zweiten Weltkriegs ist auch eine grosartige Ausstellung gewidmet, hier eine Supermarine Spitfire eine der bekanntesten Maschinen in diesem Krieg, gebaut ab 1936 und erfolgreich im Einsatz bis in die 50ger Jahre.
:-)
Es gab auch eine russische Yak-3
:-)
Dann hiess es Abschied nehmen von Simone und von zwei geruhsamen Tagen vor dem schweren Gang, der vor mir lag.
Was mir am meisten (immer noch) ausmacht ist, dass ich Inge keine Gedanken, Bilder und Eindrücke schicken kann.
:-)
Wir haben uns täglich ausgetauscht und am jeweiligen Leben des anderen teilhaben lassen – aber da ist jetzt nur noch ein grosses schwarzes Loch. Der Mensch, der mich mein ganzes Leben lang gekannt und geliebt hat, ist einfach nicht mehr da. Wie kann ich damit umgehen? Nach den ganzen Tragödien der letzten beiden Jahre habe ich manchmal das Gefühl, das Gewicht all der Schicksalsschläge nicht mehr tragen zu können.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Rückblick

Wieder da.

11.3.26, Mittwoch. Ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll. Die letzten Wochen waren schwer und extrem anstrengend, ich habe keine anderen Worte dafür. Bilder habe ich gemacht – um zurückblicken zu können und mich zu erinnern – und um euch einen kleinen Eindruck zu geben. Ich habe Gutes und Schlechtes erlebt, aber jetzt bin ich einfach nur froh, wieder zuhause zu sein.
:-)
Nach und nach werde ich euch die Geschichte erzählen, erst muss ich allerdings wieder in die richtige Zeitspur kommen.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Wieder da.

Eine schwere Reise

18.2.26, Mittwoch. Ich mache mich morgen auf den langen Weg nach Dresden, um mich um Inge’s letzte Reise zu kümmern, da werdet ihr eine Weile nichts von mir hören. Mir ist das Herz so schwer. Inge hat Neuseeland und unsere Strände so geliebt (sie wird auch eine Seebestattung bekommen) – da hab ich vorhin nochmal ein Bild für sie gemacht. Ich glaube, das hätte ihr sehr gefallen.
:-)
Über das vergangene Wochenende hatten wir Simone zum Geburtstag auf der Südinsel besucht. Sie kannte Inge ja auch, da haben wir drüber reden können und einfach ein friedvolles Wochenende verbracht. Der Freundes- und der Familienkreis wird dünner, da muss man die Zeit gut nutzen, sonst ist sie für immer vorbei. Im Hintergrund ist natürlich die Maschinerie angelaufen, die in Sterbefällen unvermeidlich ist und wenn ich in Dresden ankommen geht es weiter.
Bis bald …

Veröffentlicht unter Allgemein | Ein Kommentar

Inge

13.2.26, Freitag. Freitag der 13. – wie passend. Am 11.2., vorgesten Abend, ist meine Schwester für immer eingeschlafen. Sie war umgeben von Menschen, die sie lieb hatten und ist friedvoll gegangen. Ich konnte leider nur im Geiste bei ihr sein. Am Tag vorher hatte ich noch mit ihr reden können, da war noch etwas Hoffnung da, aber es war wohl das letzte Gefecht vor dem Rückzug.
Ich kann es noch gar nicht fassen oder realisieren, wir haben jeden Tag gesprochen oder Mitteilungen ausgetauscht – da ist jetzt eine so grosse Leere, ich kann das gar nicht beschreiben.
Sie hat unseren Marley sehr geliebt, er war ihr „Plüschtier“, und wenn Inge bei uns war hat er immer bei ihr geschlafen.

:-)
Ich werde etwas Zeit brauchen bis ich mich wieder melde.
Schlaf gut, meine Schwester.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Inge

Gefunden: Sommer!

11.2.26, Mittwoch. Die Klimahüpfer haben zuviel gehüpft, der Sommer will diesmal nicht so richtig. Umso mehr freuen wir uns über die warmen Tage zwischendurch, wenn man nachmittags baden gehen und abends lange draussen sitzen kann.
Entsprechend kommt auch immer wieder Besuch vorbei, hier unser Kumpel David, der auf dem Weg nach Auckland Zwischenstation gemacht hat.

:-)
Vorgestern kam noch unsere Freundin Kelly vorbei, Sommer ist einfach eine schöne Zeit 😍

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Gefunden: Sommer!

Waitangi Weekend 2026

8.2.26, Sonntag. Am Freitag (Waitangi Day) haben wir Hristo’s Geburtstag gefeiert – das war ein wunderschöner Abend, viel Spass mit lieben Menschen –
:-)
– und gutes Essen:
:-)
Eine unfehlbare Kombination!
Gestern waren wir im Kino und haben den neuen Film von Jason Statham – SHELTER – gesehen. Sehr feiner Actionfilm, können wir wärmstens empfehlen!
Warnung: Wer woken Einheitsbrei mit der blauharigen, genderneutralen Superheldin erwartet, die das arme, einbeinige Migrantenkind vor den rotharigen Belästiger*innen rettet, wird ziemlich enttäuscht sein 😉

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Waitangi Weekend 2026

Besuch im Office

4.2.26, Mittwoch. Endlich hab ich mal wieder die Kurve ins Office (in Palmerston North) gekriegt, das ist ja heute nicht mehr so selbstverständlich. Das Wetter war irgendwie unentschieden – dieser Sommer ist die gleiche Mogelpackung wie das gute, alte Global Warming … also eher ein Rohrkrepierer. Ich hab mir meinen Kaffee aber nicht vermiesen lassen! Als ich den geholt hab schien auch gleich die Sonne:

:-)
Ein paar Minuten später, kurz vor dem ersten Meeting sah das schon wieder anders aus:
:-)
Entsprechend ist man derzeit immer für drei Wetterlagen gerüstet, wenn man aus dem Haus geht: Regen, kalt & warm.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Besuch im Office

Happy Birthday, Hristo!

1.2.26, Sonntag. Nächste Woche feiern wir ein bisschen – hoffentlich macht das Wetter mit. Es ist zwar nicht kalt, aber die Sonne ist diesen Sommer eher zickig.
Bei Feiern fällt mir unsere Weihnachtsdeko ein (wo ist eigentlich der Januar hinverschwunden???)
:-)
Wir haben beschlossen, sie dranzulassen. Schwierig zu fotogarfieren, aber nachts sieht es einfach magisch aus 🤩

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Happy Birthday, Hristo!

Wachstum …

28.1.26, Mittwoch. Wachstum (wirtschaftlich) gibts hier derzeit nicht viel, die Folgen der Corona Misswirtschaft sind immer noch zu spüren. Wenigstens die Katzen wachsen ganz prächtig, Leila war sehr klein, denn sie ist ja 5 Wochen jünger als Lucky. Sie hat aber aufgeholt
:-)
und amüsiert sich prächtig wie man sieht!
:-)
Lucky sieht man es nicht an, aber er hat mittlerweile über 4 Kilo (!). Wenn er so weitermacht, macht er bald Marley Konkurrenz 🐈
Ab heute ist der Sommer zurück – endlich!

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Wachstum …