22.4.26, Mittwoch. Ich habe Fragen bekommen, ob Inge’s Seebestattung auch passend war. Hier ein Bild davon, das Ganze war sehr würdevoll: Gerne hätte ich sie auf dieser Reise begleitet. Ich habe nicht nur Bilder, sondern auch die Koordinaten und eine Seekarte bekommen. Ein Abschluss, aber niemals Vergessen.
19.4.26, Sonntag. Neulich war in unserem kleinen Dorf Open Day – gleich in zwei Museen. Einmal im alten Gerichtsgebäude: Man kann sich richtig vorstellen, wie das damals abgegangen ist 😂 Und nebenan ist das lokale Technikmuseeum, da darf das Cockpit eines Lancaster Bombers aus WWII natürlich nicht fehlen! Die waren schon sportlich unterwegs … Es gab viel zu sehen, auch gute Bekannte aus meiner Jugend – der Sony Discman – das war damals in den 80gern spektakulär – heute gibt es fast keine CDs mehr. Hier auch noch eine Filmvorführmaschine, die waren immer paarweise im Einsatz, denn die meisten Filme waren ja auf mehreren Zelluloidrollen unterwegs: Eine schöne Erinnerung an tolle Zeiten. Als ich vor vielen, vielen Jahren in Heidelberg gelebt und studiert habe, war einer meiner Kumpels Filmvorführer in der Kamera (einem Kino in der HD Hauptstrasse). Ich hab ihm manchmal geholfen und Gesellschaft geleistet, dafür durfte ich immer seinen Vorführerausweis haben. Damit konnte ich (inkl. einer Begleitperson!) in jeden Film in ganz Nordbaden … den Rest der Geschichte könnt ihr euch denken, oder? Ich glaube, Rambo habe ich 5 Mal gesehen! Als Student mit knapper Kasse war das natürlich sensationell 😉 [im Fernsehen gab es wenig Programme – und Netflix & CO waren noch sehr weit in der Zukunft].
Veröffentlicht unterAllgemein|Kommentare deaktiviert für 2 x Open Day
15.4.26, Mittwoch. Der Herbst lässt sich nicht länger verleugnen: Nachts gehen die Temperaturen jetzt wieder runter auf 7 oder 8 Grad. Sonnig ist es an den meisten Tagen trotzdem, Leila hat einen guten Platz für das morgentliche Sonnenbad gefunden 😉
Veröffentlicht unterAllgemein|Kommentare deaktiviert für Herbst!
12.4.26, Sonntag. Vaianu ist ein ordentlicher Tropensturm, der derzeit den Norden Neuseelands in Atem hät. In Wellington und Umland ist man an heftige Windgeschwindigkeiten ja gewöhnt (teilweise bis 200kmh), aber nicht so sehr im Norden. Dazu kommt, dass der Sturm jede Menge Regen mitbringt und in einigen Gegenden schon zu Überflutungen gesorgt hat. Hier kann man die Sache verfolgen – click – sehr anschaulich. Und hier ein paar Bilder – click – und der Link zur Coastguard Live Camera click. Wie versprochen – hier auch mal wieder ein Katzenbild 🩷 Die beiden sind gross geworden, Lucky wiegt mittlerweile 4 kg! Am Wochenende waren zwei kleine Museen im Dorf geöffnet, Bilder demnächst 😍
Veröffentlicht unterAllgemein|Kommentare deaktiviert für Vorsicht, Vaianu!
8.4.26, Mittwoch. … ja, das waren wir gestern. Der Tag war dunkel und regnerisch gewesen, da waren unsere Batterien nicht voll, was ja normalerweise kein Problem ist. Wir speisen viel ins Netz, da kann man auch mal Strom beziehen. Klappt nicht immer, denn leider hat ein Autofahrer nachmittags einen Strommasten an unserer Strasse umgefahren. Das hat ein Hausfeuer ausgelöst und mit 67 anderen hatten wir (so gut wie) keinen Saft bis heute morgen. Schlimmer ist allerdings, dass der Fahrer seinen Verletzungen erlegen ist, trotz schnellem Helicoptereinsatz. Was Positives hab ich aber auch zu vermelden: unsere neue Heizung ist eingebaut, abgenommen und einsatzbereit. Wir hatten als unser Weihnachtgeschenk einen neuen Woodburner bestellt, der alte hatte seinen Dienst getan. Wir können jetzt auch mit anderen Materialien heizen (z. B. Kohle, Pellets etc.), man kann ihn über Nacht auf „halten“ stellen, dann ist es morgens schneller wieder warm – und wenn es sein muss, kann man auch damit kochen! 🔥
Veröffentlicht unterAllgemein|Kommentare deaktiviert für Saftlos …
6.4.26, Ostermontag. Herrliches Wetter – perfekt für die jährliche Eiersuche mit der Familie! Es war für jeden etwas dabei: Manchmal gleich zwei 😉 Damy war super happy – Schokoladentag! Dann kamen die Sachen, die die Erwachsenen glücklich machen … Das Oster-BBQ 😃 Ein wunderschöner Tag – mit lieben Menschen und gutem Essen! Zum Abschluss eines herrlichen Tages habe ich von einer Freundin Blumen bekommen. Sie wollte mir nur mal so eine Freude machen – Ich hab mich sehr gefreut – ein kleines Gegengewicht zu den Tiefschlägen.
Veröffentlicht unterAllgemein|Kommentare deaktiviert für Ostern 2026
1.4.26, Mittwoch. Ein wichtiger Reisetag: Die Reederei hat uns gestern informiert, dass Inge heute ihre letzte Reise antritt, zur Seebestattung in der Ostsee. Es ist schwer, all die Gedanken in Worte zu fassen, aber sie fehlt mir jeden Tag. Gleichzeitig gehen mir die letzten Gespräche mit ihr durch den Kopf – als sie einige Wünsche geässert hat („Wenn ich mal nicht mehr bin, wünsch ich mir sehr, dass …“), die mir schon irgendwie gesagt haben, dass sie damit ok ist, wenn es mal soweit ist. Ich habe alle Wünche nun erfüllt, ich glaube, sie ist mit mir zufrieden und kann in Frieden gehen. Heute ist auch der 19. Jahrestag für unsere Ankunft in Neuseeland. Wenn ich zurückblicke, kann ich nur wiederholen, dass wir sehr froh sind, hier eine neue Heimat gefunden zu haben. Natürlich fehlt ihr uns – die grosse, räumliche Distanz ist der hohe Preis, den Auswanderer nunmal zahlen müssen. Aber wenn ich mir ausmale, dass unsere Tochter vielleicht einer Gruppenvergewaltigung oder einem Messerangriff durch die Goldstücke zum Opfer gefallen wäre … und sehe, wie unsere Kultur Schritt für Schritt in den Abgrund geht, dann habe ich das Gefühl, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben. Ein häufiger Spruch von Inge (schon in den 90ger Jahren) war: „In 30 Jahren tragen wir alle Kopftuch.“ Sehr prophetisch!
Veröffentlicht unterAllgemein|Kommentare deaktiviert für Inge’s letzte Reise
20.3.26, Sonntag. Vielen Dank für eure Anteilnahme und die lieben Worte. Es wird noch eine ganze Weile dauern, bis ich mit diesem Verlust einigermassen umgehen kann, da hilft jedes gute Wort. Zeitlich habe ich mich wieder einsortiert, aber es ist für Ablenkung derzeit wirklich gesorgt. Als ich letzte Woche mit den Hundis unterwegs war, bin ich gestürzt und habe mir eine ordentliche Bänderzerrung und einen Bänderteilabriss zugezogen. Moon Boots sind wieder ganz gross in Mode … Damit nicht genug, hat Stephan jetzt auch eine Entzündung der Plantarsehne – also sind wir beide gehbehindert. Wenn schon, denn schon … Die Ostereiersuche findet dann halt nächste Woche im Sitzen statt! Naja, das wird schon wieder. Damit es nicht langweilig wird, hier etwas flotten Deutschrock. Ich fand das ganz passend nach dem Wahlergebnis in BaWü neulich:
Veröffentlicht unterAllgemein|Kommentare deaktiviert für Einsotiert
25.3.26, Mittwoch. Dann also hier noch der Rest der Geschichte. Wir haben einen weiteren Tag mit Erledigungen, mit Sortieren und Räumen verbracht, das ist wirklich ein schmerzhafter Prozess. Währendessen hat Stephan den Heimweg für mich klargemacht. Das war nicht einfach, denn in dem Moment waren schon ca. 30.000 andere Menschen auch auf der Suche nach Flügen bzw. alternativen Reiserouten. Statt über Prag/Dubai zurück nach Auckland, ging es nun also andersrum. Via Frankfurt und San Franzisco nach AKL – falls das mit dem Visum klappt … Derzeit braucht man selbst für den reinen Transit in den USA ein Visum. Das wurde also nochmal sehr spannend. Die wollen schon einiges wissen, auch Dinge, die man nicht so wirklich parat hat. Dann schliesst man den Antrag ab, zahlt die Gebühr und kann anfangen, den verschiedenen Reisegöttern zu huldigen. Ich hab wohl die richtigen gewählt – das Visum wurde innerhalb von 3 (DREI!!!) Stunden bewilligt (da gibt es ganz andere Geschichten …). Sonst wären die Kosten für diesen Flug auch noch im Eimer gewesen. Abends sind wir mit Susanne und der Sippe zum Abendessen ins Kugelhaus gegangen, ein Erlebnisrestaurant am dresdner Haupftbahnhof. Wenn man reinkommt, denkt man, man ist irgendwo im Fundus der Star Wars Saga gelandet Überall gibts was zu sehen, alles blinkt und scheint irgendwie in Bewegung zu sein. Die Bestellung geht – sehr postmodern – via IPad vom Tisch aus. Dann kann man zusehen wie das Essen ausgeliefert wird … per Achterbahn.
Am Donnerstag (5.3.) haben wir zum Abschied nochmal bei Geli gefrühstückt (wie immer legendär fabulous!). Es war ein schwerer Abschied für uns alle. Die Tage waren alptraumhaft, der Verlustschock und Schmerz unglaublich, die Bürokratie kafkaesk – aber ich habe andererseits soviel Gutes und soviel Liebe und Unterstützung erfahren, dass ich auch unendlich dankbar bin. Irgendwann möchte ich nochmal nach Dresden – ohne Stress, Zeitdruck oder dringend zu erledigende Angelegenheiten – und einfach eine gute Zeit mit den Freunden teilen.
Andi hat mich dann auf seinem Heimweg ins Badische nach Frankfurt mitgenommen: Ich hatte ein Zimmer im Airport Sheraton gebucht, denn am nächsten Morgen ging es zur Unzeit los.
Holgi hat mich dann zum Abendessen besucht, es ist immer schön, einen lieben Menschen um sich zu haben, wenn man irgendwo fremd ist, eine solche Tour hinter sich und noch ganz viele Kilometer vor sich hat!
Freitag: Auf nach San Francisco. Ein 12-Stunden Flug, sehr nördlich, über Norwegen und Shetland …
Für einen superkurzen Moment kann man beim Landeanflug auf San Francisco die Golden Gate Brücke sehen, hat aber nicht für ein Foto gereicht. Die Passkontrolle war sehr langwierig, da auch Leute ohne Visum mitgeflogen waren und entsprechend dann bei der Kontrolle auseinandergenommen wurden. Mit Visum kam man zügig durch. Die Sicherheitskontrolle war dann interessant, ausgerechnet meine Duty Free Tüte hat den Argwohn der Röntgenmaschine auf sich gezogen. Die Kontrolleure waren sehr nett und haben mir das Bild gezeigt. Oh! Sprengstoff im Tequila? Na, das lassen wir nochmal durchlaufen … Dann hatte sich das auch erledigt. Entgegen der bekannten Horrorgeschichten lief das alles ganz entspannt ab. Der Flughafen an sich ist langweilig. Unangenehm ist, dass das Gepäck nicht durchgebucht wird und man seine 20+ kilo wieder zum nächsten Bag Drop schleppen muss (ob das dann wieder in den richtigen Flieger einsortiert wird – weitere Huldigungen für die Reisegötter sind auf jeden Fall nicht verkehrt). Ich hab mich dann beim Gate für den nächsten Flug niedergelassen und etwas gedöst, zeitlich muss es ungefähr Samstag gewesen sein. Irgendwann gings weiter, durch die Nacht und über die Datumsgrenze und am Sonntagmorgen bin ich (ziemlich matschig – Zeitreisen sind anstrengend!) wieder in der Zukunft in AKL gelandet. Ich war sooo froh dass das alles doch noch geklappt hatte – es ist unbeschreiblich gut, wenn die Spannung nachlässt. Es hat mir dann auch gar nix ausgemacht, meinen ganzen Hausrat wieder vom AKL International nach Domestic zu schleppen, nach diesen langen Flügen war mir der Fussmarsch ganz recht. Nur noch ein kurzer Flug nach Palmy, dort hat mich Stephan in Empfang genommen – HOME! Noch nicht in der richtigen Uhrzeit, aber wenigstens zurück in der richtigen Jahreszeit!
Montagmorgen gings dann auch gleich wieder an die Schippe. Die Nachlassangelegenheiten sind auch keineswegs vorbei, da ist noch Vieles abzuwickeln (u.a. Finanzamt … ), die Rechnungen stapeln sich. Es ist eine extrem geldintensive Angelegenheit, da alles, alles gnadenlos in Vorlage geleistet werden muss. Wie machen das Leute, die kein Geld haben? Naja, das ist alles nicht so wichtig. Wichtig ist, dass Inge jetzt bei der Reederei angekomnen ist und voraussichtlich Ende des Monats/Anfang April ihre letzte Reise in die Ostsee antreten wird. Ich bin sehr froh, dass alles genau nach ihren Wünschen lief und noch läuft. Dafür hatte ich ihr schon vor langer Zeit mein Wort gegeben, aber eigentlich ist das ja selbstverständlich. Ja, das war meine traurige und unfreiwillige Weltreise – einmal rundrum um den Planeten. Das stellt man sich eigentlich ganz anders vor … aber was läuft schon nach Plan im Leben?
Veröffentlicht unterAllgemein|Kommentare deaktiviert für Die traurige Weltreise, Part III
22.3.26, Sonntag. Hier also Teil II: Zwischendurch hat Susanne mit ihrem Vater und mir eine Fahrt zum Tanken zu den tschechischen Nachbarn gemacht. Wir sind dabei an einem interessanten Restaurant vorbeigekommen – eine olle Tupolev! Das war nett gemacht – und die gutbürgerliche Küche war sehr gut. Anonsten ging es weiter mit dem Berg von Erledigungen, Kündigungen, Korrespondenz und Entscheidungen. Am Tiefpunkt kam Andi aus der Deckung und fragte mich wie es mir geht … und kurze Zeit später war er an meiner Seite, ein echter Musketier und Gentleman. Das hat mir sehr geholfen. Andi hat ja selbst vor nicht allzu langer Zeit einschlägige Erfahrungen mit familiären Verlusten und Nachlassangelegenheiten gemacht und konnte mir so beim Bezwingen der restlichen Bürokratie und vor allem der sonstigen Rennerei beistehen. Gutes Wetter hatte er auch mit im Gepäck. Mittlerweile war dann auch der Krieg im Nahen Osten ausgebrochen, so dass die neue Sorge – Komme ich noch heim? Wie komme ich heim? – auch noch zu allem anderen dazukam. Da war ich sehr froh, dass Stephan die Situation vom HQ in NZ aus im Griff hatte und alles koordinieren konnte. Am 3.3. hatte ich zur Inge-Feier geladen, da haben wir den Tag genutzt, um nochmal Inges Lieblingsecken in Dresden zu besuchen. Was ihr seit ihrem Umzug (in 2018) in das betreute Wohnen am meisten gefehlt hatte, war der Neumarkt – ihr so geliebter Kiez. Mit knuffigen Kneipen (Gebratener Speck war immer Inge’s Liebling beim Kiwifrühstück) und natürlich der Kunsthofpassage: interessante Cafes wechseln sich ab mit kleinen Läden Mit Susanne haben wir dann noch einen Barock-Rundgang gemacht, zur Semperoper und durch den Zwinger, dann Richtung Frauenkirche. Auch innen eine Augenweide – Licht und Farben sorgen für eine wunderschöne, verspielte und heitere Atmosphäre. Ich glaube, Inge hätte dieser Rundgang sehr gefallen – sie hat Dresden mit seiner Kultur in allen Facetten geliebt. Abends haben wir uns dann im Schillergarten zusammengefunden, um Inges Leben zu feiern Der blaue Schal, den Inge mir mal aus Usbekistan mitgebracht hatte, und der orangefarbene Pulli waren meine visuelle Hommage an meine farbenfrohe Schwester an dem Abend – und obwohl sich einige der Freunde nicht kannten, sind alle ins Gespräch gekommen und es war eine schöne Atmosphäre. Wir haben Anekdoten ausgetauscht, zusammen gelacht und geweint und Bilder angeschaut. Ich bin mir sicher, dass Inge mit dem Abend zufrieden war und auf uns herabgelächelt hat. Inge 1944 – 2026 🩷 Wie ich dann doch noch heimgekommen bin … erzähle ich euch in Teil III.
Veröffentlicht unterAllgemein|Kommentare deaktiviert für Die traurige Weltreise, Part II