Die traurige Weltreise, Part III

25.3.26, Mittwoch. Dann also hier noch der Rest der Geschichte. Wir haben einen weiteren Tag mit Erledigungen, mit Sortieren und Räumen verbracht, das ist wirklich ein schmerzhafter Prozess. Währendessen hat Stephan den Heimweg für mich klargemacht. Das war nicht einfach, denn in dem Moment waren schon ca. 30.000 andere Menschen auch auf der Suche nach Flügen bzw. alternativen Reiserouten. Statt über Prag/Dubai zurück nach Auckland, ging es nun also andersrum. Via Frankfurt und San Franzisco nach AKL – falls das mit dem Visum klappt …
Derzeit braucht man selbst für den reinen Transit in den USA ein Visum. Das wurde also nochmal sehr spannend. Die wollen schon einiges wissen, auch Dinge, die man nicht so wirklich parat hat. Dann schliesst man den Antrag ab, zahlt die Gebühr und kann anfangen, den verschiedenen Reisegöttern zu huldigen. Ich hab wohl die richtigen gewählt – das Visum wurde innerhalb von 3 (DREI!!!) Stunden bewilligt (da gibt es ganz andere Geschichten …). Sonst wären die Kosten für diesen Flug auch noch im Eimer gewesen. Abends sind wir mit Susanne und der Sippe zum Abendessen ins Kugelhaus gegangen,
:-)
ein Erlebnisrestaurant am dresdner Haupftbahnhof. Wenn man reinkommt, denkt man, man ist irgendwo im Fundus der Star Wars Saga gelandet
:-)
Überall gibts was zu sehen, alles blinkt und scheint irgendwie in Bewegung zu sein.
:-)
Die Bestellung geht – sehr postmodern – via IPad vom Tisch aus. Dann kann man zusehen wie das Essen ausgeliefert wird … per Achterbahn.

Am Donnerstag (5.3.) haben wir zum Abschied nochmal bei Geli gefrühstückt (wie immer legendär fabulous!). Es war ein schwerer Abschied für uns alle. Die Tage waren alptraumhaft, der Verlustschock und Schmerz unglaublich, die Bürokratie kafkaesk – aber ich habe andererseits soviel Gutes und soviel Liebe und Unterstützung erfahren, dass ich auch unendlich dankbar bin. Irgendwann möchte ich nochmal nach Dresden – ohne Stress, Zeitdruck oder dringend zu erledigende Angelegenheiten – und einfach eine gute Zeit mit den Freunden teilen.
:-)
Andi hat mich dann auf seinem Heimweg ins Badische nach Frankfurt mitgenommen:
:-)
Ich hatte ein Zimmer im Airport Sheraton gebucht, denn am nächsten Morgen ging es zur Unzeit los.
Holgi hat mich dann zum Abendessen besucht, es ist immer schön, einen lieben Menschen um sich zu haben, wenn man irgendwo fremd ist, eine solche Tour hinter sich und noch ganz viele Kilometer vor sich hat!
:-)
Freitag: Auf nach San Francisco. Ein 12-Stunden Flug, sehr nördlich, über Norwegen und Shetland …
:-)
Für einen superkurzen Moment kann man beim Landeanflug auf San Francisco die Golden Gate Brücke sehen, hat aber nicht für ein Foto gereicht. Die Passkontrolle war sehr langwierig, da auch Leute ohne Visum mitgeflogen waren und entsprechend dann bei der Kontrolle auseinandergenommen wurden. Mit Visum kam man zügig durch. Die Sicherheitskontrolle war dann interessant, ausgerechnet meine Duty Free Tüte hat den Argwohn der Röntgenmaschine auf sich gezogen. Die Kontrolleure waren sehr nett und haben mir das Bild gezeigt. Oh! Sprengstoff im Tequila? Na, das lassen wir nochmal durchlaufen … Dann hatte sich das auch erledigt. Entgegen der bekannten Horrorgeschichten lief das alles ganz entspannt ab. Der Flughafen an sich ist langweilig.
:-)
Unangenehm ist, dass das Gepäck nicht durchgebucht wird und man seine 20+ kilo wieder zum nächsten Bag Drop schleppen muss (ob das dann wieder in den richtigen Flieger einsortiert wird – weitere Huldigungen für die Reisegötter sind auf jeden Fall nicht verkehrt). Ich hab mich dann beim Gate für den nächsten Flug niedergelassen und etwas gedöst, zeitlich muss es ungefähr Samstag gewesen sein. Irgendwann gings weiter, durch die Nacht und über die Datumsgrenze und am Sonntagmorgen bin ich (ziemlich matschig – Zeitreisen sind anstrengend!) wieder in der Zukunft in AKL gelandet.
:-)
Ich war sooo froh dass das alles doch noch geklappt hatte – es ist unbeschreiblich gut, wenn die Spannung nachlässt.
Es hat mir dann auch gar nix ausgemacht, meinen ganzen Hausrat wieder vom AKL International nach Domestic zu schleppen, nach diesen langen Flügen war mir der Fussmarsch ganz recht. Nur noch ein kurzer Flug nach Palmy, dort hat mich Stephan in Empfang genommen – HOME!
Noch nicht in der richtigen Uhrzeit,
:-)
aber wenigstens zurück in der richtigen Jahreszeit!
:-)
Montagmorgen gings dann auch gleich wieder an die Schippe.
Die Nachlassangelegenheiten sind auch keineswegs vorbei, da ist noch Vieles abzuwickeln (u.a. Finanzamt … ), die Rechnungen stapeln sich. Es ist eine extrem geldintensive Angelegenheit, da alles, alles gnadenlos in Vorlage geleistet werden muss. Wie machen das Leute, die kein Geld haben?
Naja, das ist alles nicht so wichtig. Wichtig ist, dass Inge jetzt bei der Reederei angekomnen ist und voraussichtlich Ende des Monats/Anfang April ihre letzte Reise in die Ostsee antreten wird. Ich bin sehr froh, dass alles genau nach ihren Wünschen lief und noch läuft. Dafür hatte ich ihr schon vor langer Zeit mein Wort gegeben, aber eigentlich ist das ja selbstverständlich.
Ja, das war meine traurige und unfreiwillige Weltreise – einmal rundrum um den Planeten. Das stellt man sich eigentlich ganz anders vor … aber was läuft schon nach Plan im Leben?

Über sabine.scholl

Dies ist der Neuseeland-Blog von Sabine, Jenny und Stephan Scholl. Ausgewandert April 2007 :-)
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert