Sie befinden sich aktuell in den Neuseeland Blog-Archiven für den folgenden Tag 2.11.2007.
2.11.2007 von sabine.scholl.
30.10.07, Dienstag. Morgens - zur Unzeit natürlich - geht es los. Treffpunkt um 7.00 Uhr vor unserem Bürogebäude, mitten in Wellington. Da Jenny und Stephan um diese Zeit noch nirgends was verloren haben, hatte ich meinem Boss ein Taxi abgeschwatzt. Im Gegenzug sorge ich dafür, dass alle in Taupo ankommen. Pünktlich 10 vor 7 stehe ich also vor dem Laden und meine Schäfchen trudeln so ab 7 Uhr gemütlich ein. 10 nach 7 taucht auch der Bus auf…
Es geht weiter, zum Bahnhof, dort werden noch 2 Kameraden aufgelesen. Wir tuckern dann - in aller Ruhe versteht sich - Richtung Norden. Die Stadt Taupo liegt so ziemlich im Zentrum der Nordinsel an einem riesigen Vulkansee und ist ein beliebtes Ausflugs- und Urlaubsziel. Entlang der Strecke, in Otaki, laden wir noch einen Kollegen zu, dann zieht die Karavane weiter. Grünes Hügelland, viele Schafe und das Städtchen “Bulls”.

Da machen wir eine Pause, die Mannschaft ist noch nicht ganz auf der Höhe ihrer Leistungsfähigkeit, wie man unschwer erkennen kann.

Hinter Bulls wartet man dann jeden Moment auf das Schild: “World’s End”. Andere Verkehrsteilnehmer sind die Ausnahme. Wenn man genau hinschaut kann man im Bildhintergrund schon den teilweise schneebedeckten Mount Ruhapehu entdecken. Der ist DAS Ski- und Snowboard - Zentrum.

Wir kommen der Sache näher. Der Vulkan ist keineswegs sanft und ruhig, er schüttelt sich ab und zu. Andere wackeln dann auch, mancher Skischuh ist da schon verkokelt. Vor drei Wochen hat er auch grad wieder gehustet.

Der nächste Kumpel ist dann auch schon zu sehen. Ein Bilderbuchkegel, oder?

Nahe an den Vulkanen ist dann Wüste. Kein Wunder, dass die Kiwi-Army hier ein Ausbildungszentrum betreibt. Eine richtige Mondlandschaft, nachts kann es sogar im Sommer Frost geben. Tagsüber wird man selbstverständlich gegrillt.

Dann wird es wieder grün - und nach 5,5, Std. Fahrt treffen wir am Lake Taupo ein. Der See ist gigantisch, ein grosses Süsswasserreservoir.
Man hat eher den Eindruck, dass es sich um ein Binnenmeer handelt.

Die Stadt Taupo ist klein, ganz nett und sehr schön am See gelegen. Wir rauschen durch, zum Hotel, welches ausserhalb liegt. Ich liefere meine Herde ab, Kompanie vollständig (wenn auch nicht ganz rechtzeitig) angetreten. Konferenz und Vortrag über Basejumping mit Galadinner, man feiert sich selbst. Der Tag war lang und anstrengend und ich mach mich vom Acker so bald es geht … (Klar: zwischen Konferenz und Aufbrezeln zum Dinner war ich noch im Pool. Logisch.)
31.10.07, Mittwoch (Halloween). Als ob sie es gewusst hätten: Mein Zimmer liegt genau gegenüber dem Eingang zum Pool: Sehr schön, man sieht den Reif auf dem Rasen und der heisse Pool dampft in der Morgensonne. Jau.

Leider ist nicht viel Zeit dafür, volles Programm: teambildende Übungen, Pseudoanalysen und Psychospielchen den ganzen Tag. Manche Kollegen haben etwas Probleme, sich wach zu halten oder haben noch Reste von Lederallergie …
Der Pool entschädigt für einiges. Abendprogramm: eine Wildfarm in der Nähe. Hirsche streicheln, Kleinkaliberschiessen auf unschuldige Papierhasen, rustikales Essen in der Scheune, kleine Band, Bier, Wein, Bier, Wein. Nett. Erinnert mich an meine Bundeswehrzeit. Ich sitz im ersten Bus zurück zum Hotel (11.00 Uhr). Dann im Pool. Mitternacht ist dann Schluss.
1.11.07, Donnerstag. Vormittags wird nochmal ordentlich Gas gegeben. Vorträge ohne Punkt und Pause, die volle Dröhnung. Die Kollegen, die sich am Vorabend (nach der Farm) noch in der Hoteldisko weggeballert haben, leiden sichtlich. Nach dem Mittagessen kehrt endlich Ruhe ein. Der Mob verschwindet, ich bin mit meiner Kollegin Kirsty ja noch einen Tag länger da, um Dinge zu besprechen und gemeinsam auszuarbeiten.
Nachdem wir Einiges geschafft haben fahren wir nach Taupo, essen eine Kleinigkeit und dann kann ich ENDLICH mal ans Wasser. Ist für mich einfach unerträglich, neben so einem tollen See zu sein (kristallklares Wasser!!!!!!!!!!!), und nicht “ran” zu können.
Der Fisch stellt eine Forelle dar, die hier viel gezüchtet (und auch geangelt) werden.

Wie ihr unschwer erkennen könnt, gehts mir am/im Wasser richtig gut.

Kirsty ist eine tolle Kollegin - mit der man auch noch Spass haben kann!

Ich bin von meiner kleinen (alten) Digi-Kamera immer wieder begeistert. Seht selbst:

Hätte ich nicht für möglich gehalten, dass ich diese Farben mitbringen kann.

Dramatisch und spektakulär

… und hier gibt es schwarze Schwäne! Sehr zutraulich.

Wollten aber nicht in die Kamera schauen.

Der See ist tief und kalt - aus dem (manchmal) felsigen Rand kommen aber auch kleine heisse Zuflüsse. Fantastisch.

Wir verabschieden uns von den Schwänen -

- setzen uns im Hotel 2 Stunden in den Pool, lästern über die Kollegen usw.
2.11.07, Freitag. Wir erledigen brav unsere Arbeit, dann bringt Kirsty mich zum Internationalen Flughafen von Taupo. Auf dem Weg machen wir noch einen Abstecher zu den Huka Falls, einem wunderschönen Wasserfall.

Wasser ist einfach mein Ding

Der Flughafen ist richtig niedlich. Leider hatte ich meine Cam schon verstaut. Eine Hütte, eine kleine Start- und Landebahn und nebenan der Fliegerverein und die Fallschirmspringer. Mein Flugzeug zurück nach Wellington ist ein 2-motoriger Propellerflieger mit ein paar Sitzen (Beech 1900 D). Der Flug ist Spitze - ein richtiger Panoramaflug und man kann schön zwischen den Piloten auch nach vorne rausgucken. Anflug auf Wellington war dann weniger lustig, der Pilot meinte guter Dinge, dass alles bestens sei, kaum Wind und tolles Wetter. Der Vogel fängt an zu wackeln, wedelt im Wind hin und her, dass einem die Zähne klappern, der Pilot denkt bestimmt, er fliegt jetzt einen Kampfjet, legt sich voll rein, nimmt im Sturzflug die Kurve und lässt den Albatross auf der Landebahn hopsen - du meine Fresse, ich hab echt schon überlegt, welchen Göttern ich meine Kreditkarten opfern soll … Und: vorne rausgucken ist beim Anflug nicht gut. Wirklich. nicht. gut.
Ich sitze relativ hinten und kann das Schlottern der Knie noch etwas dämpfen, bevor ich aussteige. Eine alte Dame vor mir gibt mir dann noch den Rest: Sie bedankt sich beim Captain für den netten ruhigen Landeanflug, der sei ja sonst immer so rauh. HÄ?!?!?!
Die alten Kiwi-Ladies sind schon zähe Hühner, Respekt. Ich schleif meinen Krempel zu einem Taxi und bin froh, wieder zuhause zu sein.
Es grüssen mich nicht nur meine Lieben, auch die 51 Umzugskisten haben auf mich gewartet … Hat also an der Front auch alles (inklusive Halloween) so geklappt, wie es sollte. Der Antrag auf PR ist auch endlich raus - das Zeuch hatten wir ja am Montag rausgeschickt - war heil angekommen
und liegt jetzt bei Immigration. Jetzt seid ihr wieder auf dem neuesten Stand - und ich bin fertig mit der Welt. Happy Weekend.
Geschrieben in Allgemein | 5 Kommentare »